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Martin Daum

Martin Daum ist im Daimler-Vorstand für die Sparte Trucks und Buses zuständig

©BVL/Kai Bublitz

Daimler will komplett CO2-neutral werden

Laut Vorstand Martin Daum plant der Konzern plant nicht nur, dass seine Nutzfahrzeugsparte bis 2039 ohne CO2-Ausstoß fährt. Auch die gesamte Produktion soll eines Tages mit grüner Energie versorgt werden.

Berlin. Daimler plant nach eigener Aussage, bis zum Jahr 2039 in Europa, Japan und Nordamerika nur noch Neufahrzeuge anzubieten, die im Fahrbetrieb („tank-to-wheel“) CO2-neutral sind. Martin Daum, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Lkw und Busse, sprach heute auf dem Deutschen Logistik-Kongress, über die Nachhaltigkeitsstrategie seines Unternehmens: „Bei Daimler Trucks & Buses bekennen wir uns klar zu den Zielen des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens und damit zur Dekarbonisierung unserer Branche. Ein CO2-neutraler Transport auf den Straßen bis 2050 ist unser ultimatives Ziel. Wirklich lokal CO2-neutraler Transport funktioniert nur mit batterieelektrischem Antrieb oder auf Basis von Wasserstoff.“

Antriebe auf Wasserstoffbasis
Daimler arbeitet seit mehr als 30 Jahren an Antriebstechnologien basierend auf Wasserstoff. Dennoch sind laut Daimler die Herausforderungen im Nutzfahrzeugbereich sehr speziell, beispielsweise in Bezug auf Lebensdauer und Nutzlastverfügbarkeit. Der batterieelektrische Antrieb und Wasserstoff-Technologien bieten je nach Einsatzzweck unterschiedliche Vorteile und ergänzen sich daher. Entscheidendes Kriterium für Lkw- und Bus-Kunden sind die Gesamtbetriebskosten, so der Konzern.

„Wir brauchen staatliche Lenkungseingriffe, um lokal CO2-neutrale Lkw und Busse wettbewerbsfähig zu machen. Notwendig sind insbesondere eine europaweite Umstellung und Staffelung der Maut nach CO2-Werten, wobei CO2-neutrale Fahrzeuge eine signifikante Mauterleichterung bekommen sollten, ein gezieltes Förderprogramm für Busse sowie für eine flächendeckende Lade- und Wasserstoff-Infrastruktur und auch einheitliche Standards für den Transport und das Tanken von Wasserstoff“, so Daum weiter.

E-Lkw werden weltweit gestestet

Daimler testet seine E-Flotte bei Kunden auf der ganzen Welt. Der schwere Lkw Mercedes-Benz eActros zum Beispiel mit einer Reichweite von bis zu 200 km ist seit 2018 in Deutschland und der Schweiz im Einsatz. In den USA absolvieren derzeit der mittelschwere Freightliner eM2 und der schwere Freightliner eCascadia ebenfalls intensive Praxistests bei Kunden.

Prototyp mit Brennstoffzelle

Mit dem „Vision F-Cell“ verstärkt Daimler Trucks & Buses seine Aktivitäten im Bereich Wasserstoff. Die Marke FUSO erprobt mit dem Prototyp die Möglichkeiten der Brennstoffzellen-Technologie für unterschiedliche Nutzfahrzeuge. Der 7,5-Tonner verfügt über einen Antrieb mit einer maximalen Leistung von 135 kW. Die Reichweite beträgt bis zu 300 Kilometer.

CO2-neutrale Produktion in Europa bis 2022

Darüber hinaus will Daimler Trucks & Buses in Deutschland und Europa die Weichen für eine „grüne“ Produktion stellen: Alle deutschen und europäischen Werke sollen bis zum Jahr 2022 über eine CO2-neutrale Energieversorgung verfügen. Alle weiteren Werke sollen folgen. Das bedeutet, dass die bestehenden Truck- und Buswerke ihre elektrische Energie nur noch aus regenerativen Quellen beziehen werden. (fa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special DAUM, MARTIN.

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Daum, Martin, Hybrid- und Elektro-Lkw, CO2 und Luftschadstoffe in Transport & Logistik, Daimler Trucks & Services, Verband – BVL


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