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Hacker

Die Bedrohungslage durch Cyber-Attacken wird noch zunehmen, fürchtet die deutsche Wirtschaft (Symbolbild)

©Svilen Georgiev/stock.adobe.com

Cyber-Angriffe auf Unternehmen nehmen zu

Die Cyber-Attacken auf deutsche Unternehmen haben enorm zugenommen, ein Grund sind laut Bitkom die veränderten Arbeitsbedingungen im Zuge der Corona-Pandemie.

Berlin. Cyber-Angriffe haben enorm zugenommen. Durch Diebstahl, Spionage und Sabotage entsteht der deutschen Wirtschaft jährlich ein Gesamtschaden von 223 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom, für die mehr als 1000 Unternehmen quer durch alle Branchen befragt wurden. Die Schadenssumme ist mehr als doppelt so hoch wie in den Jahren 2018/2019, als sie noch 103 Milliarden Euro jährlich betrug. Neun von zehn Unternehmen (88 Prozent) waren 2020/2021 von Angriffen betroffen. In den Jahren 2018/2019 waren 75 Prozent) der Unternehmen betroffen.

Haupttreiber des enormen Anstiegs sind laut Bitkom Erpressungsvorfälle, verbunden mit dem Ausfall von Informations- und Produktionssystemen sowie der Störung von Betriebsabläufen. Die so verursachten Schäden haben sich im Vergleich zu den Vorjahren 2018/2019 mehr als vervierfacht (+358 Prozent).

„Die Wucht, mit der Ransomware-Angriffe unsere Wirtschaft erschüttern, ist besorgniserregend und trifft Unternehmen aller Branchen und Größen“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Systeme würden verschlüsselt und der Geschäftsbetrieb lahmgelegt. Gestohlene Kunden- und Unternehmensdaten erzeugten nicht nur Reputationsschäden, sondern führten auch zum Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, so Berg.

Kriminelle wollen an Passwörter gelangen, auch per Telefon

Ein Großteil der Angriffe beginnt mit der Manipulation von Beschäftigten, auch als „Social Engineering“ bezeichnet. Die Kriminellen nutzen den „Faktor Mensch“ aus, um etwa sensible Daten wie Passwörter zu erhalten. Bei 41 Prozent der befragten Unternehmen gab es zuletzt solche Versuche. Dabei gaben 27 Prozent der Befragten an, unter anderem per Telefon kontaktiert worden zu sein, 24 Prozent per E-Mail. Laut Birkom dürfte dies vor allem auch auf die veränderten Arbeitsbedingungen im Zuge der Corona-Pandemie zurückzuführen sein.

So gaben 59 Prozent der befragten Unternehmen, bei denen Homeoffice grundsätzlich möglich ist (817 Unternehmen), an, seit Beginn der Pandemie habe es IT-Sicherheitsvorfälle gegeben, die auf die Heimarbeit zurückzuführen seien. Sofern ein Angriff mit dem Homeoffice in Verbindung stand, ist daraus bei 52 Prozent der Fälle auch ein Schaden entstanden.

In den kommenden Monaten werde die Bedrohungslage durch Cyber-Attacken sogar noch ernster, fürchtet die deutsche Wirtschaft: 83 Prozent der Unternehmen meinen, dass die Zahl der Angriffe bis Ende dieses Jahres zunehmen werde, 45 Prozent rechnen dabei sogar mit einer starken Zunahme. Besonders bedroht sehen sich Betreiber kritischer Infrastrukturen (52 Prozent) sowie mittlere Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigen (50 Prozent erwarten starke Zunahme). (tb)

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