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Textilproduktion für Modemarken: Verspätete Warenlieferungen aus Asien bringen Fashionanbieter derzeit in Schwierigkeiten

©Terri Bleeker/unsplash

Coronakrise: Fashionbranche kämpft mit der Kleiderflut

Verspätete Massenlieferungen aus Asien lösen Containerstaus aus, die Nachlaufzeit verdoppelt sich im Schnitt auf zwölf Tage, hat der IT-Anbieter Setlog herausgefunden.

Bochum. Eine Flut von aufgrund der Covid-19-Pandemie verspätet aus Asien eintreffenden Hemden, Hosen & Co. bringt die Fashionbranche unter Druck. Weil die Logistikzentren im Zuge des Lockdowns voll sind, suchen die Bekleidungsimporteure nach günstigen Zwischenlagern und nutzen alle Möglichkeiten, die Lieferungen hinauszuzögern. Teilweise muss Ware bis zum nächsten Jahr eingelagert oder sogar vernichtet werden. Das geht aus einer Analyse des SCM-Softwareanbieters Setlog vom 29. April hervor. Untersucht wurden 100 Marken, die an dessen Software "OSCA" angeschlossen sind.

Häfen suchen nach Außenlagerflächen

Um Zeit zu gewinnen, können Importeure laut Setlog zwar Container erst später als üblich abrufen. Überscheiten die Unternehmen eine Zeitgrenze, drohen aber in allen Häfen Gebühren. „Ein 40-Fuß-Standardcontainer beläuft sich dann inklusive den Kosten für Demurrage und Detention pro Tag bis auf 200 Euro", erklärt Setlog-Vorstand Ralf Düster. Denn: Bereits jetzt stapeln sich in Häfen die Container. Um Chaos zu vermeiden, sucht etwa in Hamburg der Terminalbetreiber HHLA nach Flächen außerhalb der Anlagen.

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Nachlaufzeit hat sich verdoppelt

Darüber hinaus leidet der Bekleidungshandel darunter, dass in vielen Speditionen Lagerarbeiter und Lkw-Fahrer in Kurzarbeit sind. Laut Setlog hat sich seit dem 9. April der Nachlauf innerhalb Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr von im Schnitt sechs auf bis zu zwölf Tage verlängert. Zudem mache es großen Kaufhäusern in vielen Bundesländern zu schaffen, dass sie ihre Ware aktuell auf unter 800 Quadratmetern Verkaufsfläche präsentieren müssen. „Im Fast Fashion-Bereich, in dem alle paar Wochen die Kollektionen wechseln, ist es fraglich, ob Waren überhaupt noch in die Geschäfte gebracht werden“, so Experte Düster.

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