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Durchwachsene Bilanz: Zwar war der Anteil von Firmen mit hohem Ausfallrisiko in der Transport- und Logistikbranche vor der Krise vergleichsweise gering, doch die Werte für die Liquidität und Eigenkapitalquote waren bereits unterdurchschnittlich

©Creditsafe Deutschland

Coronakrise: Ausfallrisiko in Transport und Logistik relativ gering

Die nächsten Monate werden zeigen, wie die Transport- und Logistikbranche durch die Krise kommt - eine durchmischte Ausgangsposition bescheinigt die Auskunftei Creditsafe den Unternehmen.

Berlin. So startete die Transport- und Logistikbranche in die Coronakrise: Zwar war der Anteil von Firmen mit hohem Ausfallrisiko zu Beginn der Pandemie im Vergleich zu anderen Branchen gering, doch die Werte für die Liquidität und Eigenkapitalquote waren bereits unterdurchschnittlich. Das geht aus einer Analyse von Creditsafe Deutschland hervor. Die Auskunftei verglich veröffentlichte Unternehmensbilanzen sämtlicher Betriebe der Branche mit den Daten der über drei Millionen deutschen Unternehmen aller Industrien. Alle Daten entstammen der Zeit vor Corona. In der derzeitigen Situation, in der Teile der Wirtschaft heruntergefahren wurden, sind nicht nur höhere Insolvenzzahlen zu erwarten, auch eine steigende Fremdkapitalquote ist wahrscheinlich, betonen die Experten von Creditsafe. Schon durch die Abhängigkeit von der Produktion erwarten sie, dass die Pandemie am Transport- und Logistikgewerbe nicht spurlos vorbeigehen wird. Besonders betroffen seien Unternehmen, die für Branchen tätig sind, deren Geschäftsbetrieb durch die Krise stark eingeschränkt ist, etwa die Automobilindustrie.

Geringere Zahlungsfähigkeit durch hohes Anlagevermögen

Der Rückblick im Detail: Branchenübergreifen verfügten zu Beginn der Krise mehr als 36 Prozent aller deutschen Unternehmen über eine unzureichende Liquidität. In der Transport- und Logistikbranche war der Anteil von Firmen mit geringer Liquidität etwas höher, bei 40 Prozent. Der Grund dafür lässt sich in der vergleichsweise hohen Anlagenintensität finden: Über 70 Prozent des Kapitals ist in dieser Branche im Anlagevermögen, also zum Beispiel Fahrzeugen, Gebäuden oder Maschinen, gebunden. Zum Vergleich: Im Durchschnitt beträgt die Anlagenintensität in Deutschland gerade einmal 55 Prozent.

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Eigenkapitalquote: Höher als der Branchendurchschnitt

Knapp über 30 Prozent der Unternehmen in Deutschland verfügten zum Start der Pandemie außerdem über eine geringe Eigenkapitalquote und liefen daher unter anderem Gefahr, steigende Kapitalkosten wie etwa Zinsen nicht ausreichend deckeln zu können. In der Transport- und Logistikbranche lag dieser Wert etwas höher, etwa 35 Prozent der Unternehmen waren betroffen. Auch hier zieht Creditsafe die hohe Anlagenintensität der Branche als Grund heran. Grundsätzlich gilt laut den Experten: Als gesund gilt ein Eigenkapitalanteil von mehr als 20 Prozent.

Gefahr einer Firmenpleite vergleichsweise niedrig

Kommen wir nun zur guten Nachricht: Die Ausfallwahrscheinlichkeit lag in der Transport- und Logistikbranche vor Corona bei 0,91 Prozent – und damit etwas niedriger als im branchenübergreifenden Durchschnitt von 1,35 Prozent. Als ein hohes Risiko gilt eine Ausfallwahrscheinlichkeit von mehr als drei Prozent. Rund 8,75 Prozent der Unternehmen aus dem Transport- oder Logistikbereich wies vor Corona einen solchen oder höheren Wert auf und gehörten damit zur Risikogruppe. Etwa 0,35 Prozent der Firmen dieser Branche kamen sogar auf eine besonders hohe Ausfallwahrscheinlichkeit von mehr als zehn Prozent. Der Anteil dieser „Hochrisikogruppe“ war branchenübergreifend aber deutlich größer und lag bei einem Prozent.

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