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Der Gabelstapler-Hersteller Kion hat wegen der Corona-Krise von April bis Juni rote Zahlen eingefahren

©Kion Group

Corona-Krise: Kion schreibt Verluste

Der Gabelstapler-Hersteller fährt im zweiten Jahresviertel einen Verlust von 17,1 Millionen Euro ein. Auch für das Gesamtjahr 2020 fällt die Prognose der Hessen negativ aus.

Frankfurt/Main. Der Gabelstapler-Hersteller Kion hat unter dem Strich wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal rote Zahlen eingefahren. Der Verlust betrug 17,1 Millionen Euro nach einem Gewinn von 125,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie das MDax-Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Zahlen zu Umsatz, operativem Ergebnis und Auftragseingang hatte Kion bereits Mitte Juli genannt und dabei von deutlichen Belastungen des Betriebs insbesondere im April und Mai gesprochen. Die Hessen setzen aber auf spürbar anziehende Bestellungen von Kunden aus dem Onlinehandel, die insbesondere bei automatisierten Lager- und Sortiersystemen kräftig orderten.

Segment Industrial Trucks & Services

Im Segment Industrial Trucks & Services (Flurförderzeuge, Lagertechnik und damit verbundene Dienstleistungen) haben Kunden laut Kion 88.900 Neufahrzeuge im ersten Halbjahr 2020 bestellt und damit 18,5 Prozent weniger (Halbjahreswert von 2019: 109.200).

Der wertmäßige Auftragseingang verringerte sich laut der Hessen um 13,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 3 Milliarden Euro). Der Gesamtumsatz des Segments gab infolge der Nachfragerückgänge im Neufahrzeug- und Servicegeschäft sowie der Produktionseinschränkungen und -unterbrechungen um 14,1 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,1 Milliarden Euro) nach. Einem Umsatzrückgang im Neufahrzeuggeschäft um 21 Prozent stand dabei ein Minus von 6,3 Prozent im Servicegeschäft gegenüber. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 112,4 Millionen Euro (Vorjahr: 326,5 Millionen Euro).

Segment Supply Chain Solutions

Das Segment Supply Chain Solutions (Lieferketten-Lösungen) steigerte laut Kion trotz der Corona-Pandemie den Auftragseingang im ersten Halbjahr 2020 um deutliche 57,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,1 Milliarden Euro). Hierzu hätten insbesondere Großaufträge von E-Commerce-Kunden - unter anderem in Nordamerika und Europa - beigetragen.

Der Segmentumsatz lag mit 1,2 Milliarden Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres (1,2 Milliarden Euro). Im langfristigen Projektgeschäft (Business Solutions) trugen laut Kion temporäre Projektverzögerungen, die durch Zugangsbeschränkungen bei Kunden ausgelöst wurden, maßgeblich zu einem Umsatzrückgang von 2,8 Prozent bei. Demgegenüber habe sich das Servicegeschäft mit einem Umsatzplus von 10,7 Prozent anhaltend robust entwickelt. Das bereinigte EBIT des Segments bewegte sich mit 112,1 Millionen Euro annähernd auf Vorjahresniveau (111,8 Millionen Euro).

Ausblick

Kion rechnet bei den Auftragseingängen 2020 insgesamt mit einem spürbaren Rückgang. Umsatz, operatives Ergebnis und Free Cashflow dürften deutlich zurückgehen, hieß es. Im Segment Industrial Trucks & Services werde sich die gegenwärtig eingeschränkte Investitionsbereitschaft und die rückläufige Nachfrage nach Serviceleistungen deutlich negativ auswirken. Für das Segment Supply Chain Solutions erwartet der Gabelstapler-Hersteller dank der aktuell positiven Auftragsentwicklung allerdings einen Auftragseingang substanziell über dem Vorjahr. (dpa/sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special CORONA EPIDEMIEN & SEUCHEN – TRANSPORT UND LOGISTIK.

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