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Siemens verkauft VDO

Siemens verkauft VDO und kauft Dade Behring (Bild: Siemens)

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Conti übernimmt Siemens VDO

Radikaler Umbau bei Siemens: Konzern verkauft seine Autozulieferer-Tochter VDO an Continental

München/Hannover. Der Siemens-Konzern setzt seinen radikalen Umbau mit dem Verkauf des Autozulieferers VDO an Conti und einem Milliarden-Zukauf in den USA unter dem neuen Chef Peter Löscher mit hohem Tempo fort. Der Siemens-Aufsichtsrat segnete am Mittwoch die weit reichenden Portfolio-Veränderungen ab. VDO wird für 11,4 Milliarden Euro an Conti verkauft. Ursprünglich war ein Börsengang von VDO geplant. Allerdings zahlt Conti nun deutlich mehr, als dabei nach Einschätzung von Analysten zu erzielen gewesen wäre. Im Gegenzug will Siemens rund sieben Milliarden Dollar für Dade Behring auf den Tisch legen. Das Unternehmen ist im Bereich der medizinischen Labordiagnostik aktiv. „Alles in allem muss Siemens schneller, stärker fokussiert und weniger komplex werden“, sagte Löscher heute in München. Der Verkauf von VDO mit seinen 50.000 Mitarbeitern und die Stärkung des Zukunftsfeldes Medizintechnik durch den Kauf der US-Firma Dade Behring seien bereits Teil dieser Strategie. In den weiteren Umbau geht Siemens mit gehörigem Rückenwind. Umsatz und operatives Ergebnis legten im abgelaufenen Quartal deutlich zu. Continental zeigte sich sehr zufrieden mit dem Kauf. „Continental und die Siemens VDO Automotive AG haben die einmalige Chance, gemeinsam aus zwei traditionsreichen und hoch leistungsfähigen Unternehmen einen Automobilzulieferer der globalen Spitzenklasse zu formen. Gemeinsam sind wir herausragend für den globalen Wettbewerb aufgestellt und werden von allen Megatrends der Branche profitieren“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer. Der Preis von deutlich mehr als elf Milliarden Euro sei angemessen. Der Automobilzulieferer Siemens VDO ist eine der größten Sparten des Siemens-Konzerns. Das Unternehmen, das weltweit rund 53.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist spezialisiert auf elektronische Fahrzeugsysteme. So liefert Siemens VDO beispielsweise Abstandskontrollgeräte, Spurassistenten oder Einparkhilfen sowie verschiedene Motorkomponenten wie Diesel-Einspritzanlagen. Darüber hinaus werden Auto-Unterhaltungsgeräte und Navigationssysteme angeboten. Continental ist nach Bosch der zweitgrößte deutsche Autozulieferer. Das meiste Geld verdient Continental mittlerweile mit Fahrzeugelektronik. Mit dem Kauf der Siemens-Sparte VDO stärkt Conti dieses Geschäft deutlich und rückt zu einem der fünf weltgrößten Autozulieferer auf. Das Unternehmen hatte sich in der jüngsten Vergangenheit mehrfach deutlich verstärkt, darunter mit dem Hamburger Mitbewerber Phoenix oder der Autoelektronik-Sparte des US-Konzerns Motorola. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, hat den Verkauf des Autozulieferers VDO durch Siemens an den Continental-Konzern begrüßt. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) sagte Wissmann, dies sei eine "hervorragende Entscheidung für den Automobilstandort Deutschland". Sie stärke das Gewicht der deutschen Zulieferindustrie im harten Wettbewerb auf den Weltmärkten, indem sie neben Bosch ein weiteres großes Zulieferunternehmen unter die ersten fünf der Welt bringe. (dpa/tr)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special CONTINENTAL.

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