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Im ersten Halbjahr konnte der Hamburger Hafenbetreiber seinen Gewinn um satte 175 Prozent gegenüber des Vorjahreszeitraums steigern

©Christian Charisius/dpa/picture-alliance

Containertransport auf der Schiene treibt HHLA an

Für den Hamburger Hafenbetreiber fällt die diesjährige Halbjahres-Bilanz gegenüber des coronageprägten Vorjahreszeitraums deutlich besser aus. Auch für das Gesamtjahr ist Chefin Angela Titzrath zuversichtlich.

Hamburg. Ein starker Zuwachs beim Containertransport auf der Schiene stimmt den Hamburger Hafenbetreiber HHLA für das laufende Jahr etwas zuversichtlicher. Der Umsatz dürfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jetzt deutlich steigen, teilte das im SDax gelistete Unternehmen bei der Vorlage der Halbjahresbilanz am Donnerstag mit. Bisher war HHLA-Chefin Angela Titzrath von einem moderaten Anstieg ausgegangen. Der operative Gewinn (Ebit) soll aber weiter 153 Millionen bis 178 Millionen Euro erreichen, davon 140 Millionen bis 165 Millionen im börsennotierten Konzernteil Hafenlogistik.

Im ersten Halbjahr steigerte HHLA den Umsatz konzernweit auf 709 Millionen Euro, knapp 13 Prozent mehr als im coronageprägten Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn sprang um 63 Prozent auf 90,5 Millionen Euro nach oben. Unter dem Strich stand ein Gewinn von fast 39 Millionen Euro, 175 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Deutlicher mehr Gewinn im Segment Container

Der Containerumschlag stieg in den ersten sechs Monaten 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringfügig um 0,7 Prozent auf 3,36 Millionen TEU (Standardcontainer) an. An den drei Hamburger Containerterminals lag das Umschlagvolumen mit 3,07 Millionen TEU um 0,5 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Als Grund hierfür nannte die HHLA insbesondere den geringfügigen Anstieg der Ladungsmengen mit Fernost, wodurch die pandemiebedingten Mengenrückgänge im Vorjahr sowie der Verlust eines Fernostdienstes im Mai 2020 ausgeglichen werden konnten. Die Zubringerverkehre (Feeder), besonders im Ostseeraum, hätten sich hingegen moderat rückläufig entwickelt. Der Umsatz erhöhte sich von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,4 Prozent auf 404,9 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebit) stieg um 72,1 Prozent auf 63,4 Millionen Euro.

Bahntransporte treiben Segment Intermodal an

Im Segment Intermodal stieg der Containertransport um 16 Prozent auf 8,32 Millionen TEU. Dabei hätten vor allem die Bahntransporte weiterhin von der im zweiten Halbjahr 2020 einsetzenden Erholung des Ladungsaufkommens profitiert. Nach Angaben der HHLA erhöhten sich die Transporte auf der Schiene im Vergleich zum Vorjahr um 19,3 Prozent, wobei sich der Anstieg im zweiten Quartal durch das pandemiebedingt schwache Vorjahresquartal noch verstärkt habe. Bei den Straßentransporten sei in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld ein Wachstum der Transportmenge um 3,4 Prozent auf 1,55 Millionen TEU erzielt worden. Der Umsatz lag mit 252,9 Millionen Euro um 13,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Allerdings sei der Anstieg hinter der Entwicklung der Transportmenge zurückgeblieben. Vor dem Hintergrund der positiven Mengen- und Umsatzentwicklung stieg das Ebit laut HHLA im Mitteilungszeitraum um 33,4 Prozent auf 46,0 Millionen Euro.

Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete in den ersten sechs Monaten einen starken Umsatzanstieg um 13,2 Prozent auf 695,1 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg im Vergleich zu dem von der Pandemie stark belasteten Vorjahresvergleichszeitraum um 70,4 Prozent auf 83,8 Millionen Euro an.  

Massive Schiffsverspätungen als organisatorische Herausforderung

„Die globalen Lieferketten sind in Folge der Corona-Pandemie sowie einzelner Ereignisse wie zuletzt im Sueskanal gestört. Die Folge sind massive Schiffsverspätungen, auf die wir uns als Terminalbetreiber einstellen müssen“, sagte HHLA-Vorstandsvorsitzende Titzrath. Man unternehme große Anstrengungen, um eine zuverlässige Abfertigung sowie einen schnellen Weitertransport der Container zu gewährleisten. (dpa/sn)

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