BVT-Vorsitzende Dagmar Wäscher  

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BVT will „Gewerbediesel“ für Transporteure

Der Bundesverband der Transportunternehmen (BVT) fordert angesichts der hohen Spritpreise einen niedrigeren Dieselpreis für Gewerbetreibende

Düsseldorf. Der Bundesverband der Transportunternehmen (BVT) fordert angesichts der hohen Spritpreise die Politik zum Handeln auf. „Die Zeit der Sprüche ist vorbei“, so die Vorsitzende des Verbandes, Dagmar Wäscher in einer Pressemitteilung. „Schöne Worte“ reichten nicht aus, um die existenzbedrohenden Dieselkosten zu minimieren. „Die Frachtraten sind nach wie vor zu niedrig und der hohe Dieselpreis verringert die sowieso schon enge Marge enorm“, meint Wäscher.

Die Transportunternehmerin weist daraufhin, dass der eigentliche Preistreiber beim Mineralöl nicht nur die großen Mineralölkonzerne und schon gar nicht die Tankstellenpächter sind, sondern auch „der Staat mit seinem unersättlichen Bedarf, Steuern zu erheben“. Wäscher fordert daher einen „blauen Diesel“ als Gewerbediesel. Dieser solle „signifikant geringer besteuert“ werden. Außerdem müsse die Politik „international die Marktmacht der Konzerne begrenzen“. Eine europäische Kartellbehörde sei hierzu erforderlich.

Den Transportunternehmen empfiehlt der Verband ihre Preise neu zu verhandeln und einen Dieselfloater zu vereinbaren, der bei höheren Dieselkosten die Transportpreise automatisch anpasst. Denn Wäscher vermutet mittelfristig eher steigende Spritkosten. „Nicht kostendeckende Aufträge sollten immer konsequent abgelehnt werden“, fordert Wäscher. Dumpingpreise ruinierten den Markt und die Unternehmen. Der BVT vertritt vor allem kleinere und mittlere Transportunternehmen und damit die Interessen des „letzten Gliedes“ der logistischen Kette. (ak) 

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special KRAFTSTOFFKOSTEN & ENERGIEPREISE IN TRANSPORT UND LOGISTIK.

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Kraftstoffkosten & Energiepreise in Transport und Logistik

  • 30.04.2012

    Schulze

    Den Diesel für LKW steuerfrei und dafür die dreifache LKW-Maut auf alle Straßen. Per Gesetz nur 500 Liter Kraftstofftank am LKW würde auch der Umwelt gut tun und Kraftstoff sparen. Dann würde es sich nicht mehr lohnen vom Ostblock mit vollem Tank in Deutschland einzureisen.

  • 30.04.2012

    Tigerchris

    Die Einführung eines Dieselfloaters zwischen Transportunternehmer und seinem Auftraggeber ist grundsätzlich unverzichtbar. Allerdings muss der Dieselfloater realistisch sein! Er nutzt nichts, wenn der Floater an den tatsächlichen Gegebenheiten vorbei geht. Ich erkenne den Trend, dass der Auftraggeber von sich aus einen Dieselfloater vorgibt. Diese Floater sind dann häufig pro Auftraggeber gestrickt. Soll heißen der Basispreis je Liter wird zu hoch angesetzt und die Spanne der Dieselpreissteigerung zu breit gefasst. Pauschal sollten bei 5 Cent Steigerung je Liter schon 1,6 Prozent Frachtpreissteigerung drin sein, sonst verläuft die Wirkung im Sande. Eigentlich ist es ganz einfach: Der Transportunternehmer hat keinen Einfluss auf den Dieselpreis, also muss er eine hundertprozentige Umlage fordern. Der deutsche Staat wird hier auf jeden Fall nicht eingreifen und einen Gewerbediesel einführen. Das Güterkraftverkehrsgewerbe hat keine Lobby. Wen interessiert schon der kleine Transportunternehmer von neben an?

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