Lang-Lkw

Eine Meldepflicht für Lang-Lkw ließe sich nicht mehr rechtfertigen, meint das Bundesverkehrsministerium

©LGI

Bundesverkehrsministerium wehrt sich gegen Meldepflicht für Lang-Lkw

Sollen Lang-Lkw wieder gemeldet werden, um die Auswirkungen auf die Infrastruktur besser beziffern zu können? Der Streit zwischen Verkehrsministerium und Rechnungshof geht weiter.

NEWSLETTER: Bleiben Sie informiert!
jetzt kostenfrei abonnieren

Berlin. Das Bundesverkehrsministerium hält es anders als der Bundesrechnungshof nicht für nötig, die Zahl der Lang-Lkw in Deutschland zu erfassen. Die Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hätten ergeben, dass das Potenzial für den 25-Meter-Lkw (Typen 2 bis 5) bezogen auf das gesamte Transportaufkommen im Güterverkehr sehr gering ist, teilte Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann auf eine Anfrage des Grünen-Verkehrsexperten Stephan Kühn mit. Das Bundesverkehrsministerium hatte Lang-Lkw von 2012 bis 2016 in einem Feldversuch getestet und dabei die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge erfasst. 2017 hatte es vier von fünf Lang-Lkw-Typen dauerhaft zugelassen.

Das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass auf über 90 Prozent aller Autobahnen der Anteil der Lang-Lkw am Schwerverkehr weniger als 0,5 Prozent betragen wird und auf 99 Prozent aller Autobahnen weniger als 1 Prozent. Eine Untersuchung der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) im Jahr 2017 sei zu einem vergleichbaren Ergebnis wie die BASt hinsichtlich des Marktpotenzials des Lang-Lkw gekommen: Er bleibe demnach ein „Nischenprodukt“.

„Eine Meldepflicht lässt sich damit – wie bei herkömmlichen Lkw – aus Sicht des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur nicht rechtfertigen“, schreibt Ferlemann. Der Bundesrechnungshof hatte im April angemahnt, die Zahl der Lang-Lkw während des 2017 begonnenen streckenbezogenen Dauerbetriebs zu erfassen, um damit mögliche Folgekosten für die Infrastruktur – zum Beispiel bei Nothaltebuchten und Lkw-Stellplätzen – besser identifizieren zu können. Die Prüfer befürchten, dass die Zahl der Lang-Lkw möglicherweise deutlich steigt und der dafür nötige Infrastrukturausbau zusätzliche Kosten für den Steuerzahler verursacht. (roe)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special VERKEHRSPOLITIK DEUTSCHLAND.

1000px 588px

Verkehrspolitik Deutschland, Trends & Innovationen in Lkw- und Fahrzeugtechnik, Behörde – Bundesverkehrsministerium

WEITERLESEN: