Köhlbrandquerung

Die mehr als 3600 Meter lange Brücke ist die zweitlängste Straßenbrücke in Deutschland

©Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/picture-alliance

Bund stellt Förderung für neue Köhlbrandquerung in Aussicht

Nach langen Verhandlungen bekennt sich der Bund zu einer finanziellen Beteiligung an einer neuen Querung des Köhlbrands im Hamburger Hafen. Doch wichtige Fragen sind weiter ungeklärt und die Zeit wird knapp.

Berlin/Hamburg. Berlin zieht mit: Der Bund wird sich an den Kosten für eine neue Köhlbrandquerung beteiligen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Donnerstag in Berlin unterzeichnet. Die Querung – entweder ein Tunnel oder ein Brücke – soll die markante alte Brücke über den Köhlbrand ersetzen, einen Seitenarm der Elbe, der zur Süderelbe führt.

„Im Hamburger Hafen schlägt das Wirtschaftsherz Mitteleuropas“, sagte Scheuer. „Von hier aus werden Waren und Güter in alle Welt befördert.“ Dabei komme der Köhlbrandquerung eine Schlüsselrolle zu. „Deswegen machen wir sie zur Bundesstraße und wollen den Neubau mit Bundesmitteln fördern.“ Über die Köhlbrandbrücke wird ein erheblicher Teil des hafenbezogenen Fern- und Wirtschaftsverkehrs abgewickelt.

„Wir brauchen eine neue Köhlbrandquerung, die die bisherige Funktion übernimmt und zugleich innovative Möglichkeiten für den Transport von Waren aufnimmt“, sagte Tschentscher. Die Köhlbrandbrücke wurde 1974 eröffnet und verbindet die Elbinsel Wilhelmsburg mit der Autobahn A 7. Mit einer Gesamtlänge von 3600 Metern und einer lichten Höhe von 53 Metern ist sie eine der bekanntesten Brücken Deutschlands. Dennoch passen die größten Containerschiffe mittlerweile nicht mehr unter der Brücke hindurch, um das Containerterminal Altenwerder zu erreichen.

Schwerlastverkehr beansprucht Brücke besonders

Nach fast 50 Jahren Beanspruchung durch den Schwerlastverkehr geht die Brücke zudem dem Ende ihrer technischen Lebensdauer entgegen und kann schon heute nur noch eingeschränkt genutzt werden. Bis 2030 soll die Ersatzlösung fertig sein. Bislang ist jedoch noch nicht geklärt, ob es ein Tunnel oder eine Brücke werden soll. Die meisten Experten und die Hafenwirtschaft bevorzugen einen Tunnel, wenn auch Gefahrgut hindurch transportiert werden darf. Der wäre vermutlich im Bau teurer, aber im Unterhalt günstiger.

Offen ist bislang, in welcher Höhe sich Berlin an den Kosten beteiligt. Da es noch keine genauen Pläne gibt, liegen auch keine seriösen Kostenberechnungen vor. Vorläufige Schätzungen reichen von zwei bis mehr als drei Milliarden Euro. Angesichts der langen Planungs- und Bauzeiten für größere Infrastrukturprojekte wird die Zeit bereits knapp. Die Hamburger Bundestagsabgeordneten und Haushaltspolitiker Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) sicherten zu, sich für eine angemessene finanzielle Unterstützung des Bundes einzusetzen. (dpa/ja)

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