Übergabe Gleisanschluss-Charta

Vertreter der beteiligten Verbände und Organisationen haben die Gleisanschluss-Charta an Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (Mitte) übergeben

©DSLV

Bündnis übergibt Forderungskatalog für bessere Gleisanschlüsse

Insgesamt 37 Verbände und Organisationen aus Logistik sowie Industrie und Handel haben Verkehrsstaatssekretär Ferlemann eine gemeinsam erarbeitete Charta überreicht. Sie fordern die Stärkung und Förderung von deutschen Gleisanschlüssen.

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Berlin. Eine gemeinsam erarbeitete „Gleisanschluss-Charta“ haben 37 Verbände und Organisationen aus Logistik sowie Industrie und Handel am Dienstag an Enak Ferlemann (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, übergeben. Sie setzen sich darin für die Stärkung und Förderung von Gleisanschlüssen im deutschen Schienennetz. Unter anderem unterstützen das Deutsche Verkehrsforum (DVF) und der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) die Initiative für mehr Gleisanschlüsse in Deutschland, die an den Masterplan Schienengüterverkehr der Bundesregierung anknüpft. Federführend ist der Verband der Verkehrsbetriebe (VDV). Erst im Mai hatte dieser eine Karte mit 186 Schienenabschnitten vorgelegt, die aus seiner Sicht wieder in Betrieb gehen sollten.

Spediteure benötigen attraktivere Alternative zur Straße

Die 37 Unterstützergruppen wünschen sich die Umsetzung der Maßnahmenvorschläge durch die Politik, um die Schnittstellen zum Schienennetz und damit die Güterverkehrsangebote der Bahnen zu verbessern. Dazu sagte DSLV-Präsident Axel Plaß: „Die von Speditionen und ihren Kunden zunehmend nachgefragte Transportdienstleistung auf der Schiene wird nur dann befriedigt, wenn das Angebot deutlich verbessert wird.“ Neben dem Kombinierten Verkehr Straße-Schiene haben aus seiner Sicht Wagenladungsverkehre Wachstumspotential. „Deshalb muss dem Trend des derzeit noch steten Rückgangs von Gleisanschlüssen durch bessere Rahmenbedingungen für deren Bau, Betrieb und Bedienung entgegengewirkt werden."

„Wir brauchen eine starke Schiene“, ergänzt DVF-Geschäftsführerin Heike van Hoorn. „Insbesondere beim Güterverkehr muss die Schiene angesichts des stark ansteigenden Lkw-Verkehrs die Straße entlasten können, damit wir den Verkehrsinfarkt auf unseren Autobahnen verhindern und gleichzeitig in Richtung Klimaschutzziele die notwendigen Schritte gehen.“ Dazu sei ein wettbewerbsfähiges Eisenbahnsystem notwendig. Schienengüterverkehrsangebote müssten attraktiver, verlässlicher und flexibler werden, damit Spediteure ihre Ladungen per Güterwagen transportieren, so von Hoorn. „Dazu gehört, dass wir die Zahl der Gleisanschlüsse endlich wieder erhöhen.“

Verkehrsministerium will den Maßnahmenkatalog prüfen

Als zentrale Forderungen formuliert die Gleisanschluss-Charta unter anderem einen Bürokratieabbau, eine Senkung der Kostenbelastung für Anschlüsse an das öffentliche Schienennetz, eine Anbindung von Gewerbeflächen sowie die Stärkung tri-/und multimodaler Knoten. Verkehrsstaatssekretär Ferlemann, zugleich Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr versprach am Dienstag, sich jeden Vorschlag genau ansehen und – gemeinsam mit den Initiatoren – einen Machbarkeits-Check durchführen zu wollen. „Ich freue mich besonders, dass so viele Akteure aus der Branche mit der Gleisanschluss-Charta gerade zum jetzigen Zeitpunkt dieses sehr wichtige Themenfeld aufgreifen und an die Öffentlichkeit bringen.“  (ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KV.

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