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Kontrollen und Formalitäten erschweren den Handel zwischen Großbritannien und der EU

©Peter Morrison/Associated Press/picture-alliance

Brexit lässt britische Lebensmittelexporte in die EU schrumpfen

Großbritannien hat im ersten Quartal des Jahres deutlich weniger Lebensmittel in die EU exportiert, am stärksten war der Rückgang bei Milchprodukten.

London. Die britischen Lebensmittelexporte in die EU sind nach dem Brexit deutlich gesunken. In den ersten drei Monaten des Jahres sanken die Exportumsätze um fast die Hälfte (47 Prozent) auf rund 1,7 Milliarden Pfund (knapp zwei Milliarden Euro), wie die britische Food and Drink Federation am Freitag, 18. Juni, mitteilte.

Schaut man noch ein Jahr weiter zurück, liegt der Rückgang der Exporte nach Europa sogar bei 55 Prozent. „Der Verlust von zwei Milliarden Pfund an Exporten in die EU ist ein Desaster für unsere Branche“, sagte der internationalen Handelschef des Verbandes, Dominic Goudie. „«Es ist ein klares Anzeichen für das Ausmaß der Verluste, mit denen britische Hersteller langfristig wegen neuer Handelshürden in der EU konfrontiert sind.“ Am härtesten traf es die Hersteller von Milchprodukten, deren Exporte um 90 Prozent zurückgingen. Bei den Käse-Exporten in die EU lag der Rückgang bei zwei Dritteln.

Zum Jahreswechsel hat Großbritannien den EU-Binnenmarkt und die Zollunion endgültig verlassen. Zuvor galt noch eine Brexit-Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln galten wie zuvor. Zwar einigten sich London und Brüssel wenige Tage vor Ablauf der Frist noch auf einen gemeinsamen Handelspakt, der Zölle weitgehend vermeidet. Allerdings ist der Handel durch Kontrollen und Formalitäten trotzdem deutlich aufwändiger geworden. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special GROSSBRITANNIEN UND IRLAND.

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