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Zankkapfel Brenner-Nordzulauf: Gemeinden im Inntal stellen sich bei den bisherigen Trassenvorschlägen quer

©Matthias Balk/dpa/picture-alliance

Breite Ablehnung zu Bahnneubau im Inntal

Tausende Stellungnahmen sind zu der geplanten Bahn-Neubautrasse für den Brenner-Nordzulauf durchs Inntal eingegangen. Noch hat die Regierung von Oberbayern das Ergebnis nicht vorgelegt. Bei den betroffenen Gemeinden allerdings überwiegt die Ablehnung.

Rosenheim. Der Brenner-Nordzulauf soll die Kapazitäten zum künftigen Brenner-Basistunnel erweitern, an dem in Italien und Österreich gebaut wird. Damit sollen mehr Güter auf die Schiene kommen. Bei dem Raumordnungsverfahren der Regierung von Oberbayern zu einer neuen Bahnstrecke im Inntal zum Brenner regt sich allerdings massiver Widerstand. So haben die betroffenen Kommunen alle fünf Varianten der Deutschen Bahn weitestgehend abgelehnt.

Wenn überhaupt, dann nur mit Tunnel

Nur Flintsbach und Nussdorf sehen einen der seinerzeit fünf in verschiedenen Farben vorgestellten Vorschläge für den Brenner-Nordzulauf als notfalls möglich: Eine Neubaustrecke östlich von Rosenheim wäre nach Ansicht beider Gemeinden möglicherweise raumverträglich, wenn die Trasse weitgehend untertunnelt würde, teilte das Bürgerforum Inntal mit.

„Sollte eine Neubautrasse erforderlich sein, kommt aus unserer Sicht nur die Variante Violett mit Untertunnelung des Inns in Frage“, heißt es etwa auf der Seite der Gemeinde von Flintsbach. Die Machbarkeit einer Untertunnelung hätten bestehende Trassen in Österreich gezeigt. Die Gemeinde kam ebenfalls zu dem Schluss: „Sollte die Variante Violett als favorisierte Trasse in Frage kommen, so kann diese keinesfalls als Brückenbauwerk, sondern nur wie im Sondervorschlag dargestellt, mit einer Untertunnelung des Inns erfolgen.“ Rosenheim, Brannenburg, Oberaudorf sowie Rohrdorf und Samerberg, bei denen die Trasse direkt vorbeilaufen würde, lehnen laut Bürgerforum auch diese Variante ab.

Die Bürgerinitiative hatte die Stellungnahmen der Gemeinden zum Raumordnungsverfahren zusammengefasst. Der Kreistag von Rosenheim - die Neubaustrecke verläuft weitgehend im Landkreis Rosenheim - hatte sich gegen alle fünf Trassenvorschläge ausgesprochen.

30.000 Stellungnahmen im Zuge des Raumordnungsverfahrens

An die 30.000 Stellungnahmen sind im Zuge des Raumordnungsverfahrens bei der Regierung von Oberbayern eingegangen. Ein Ergebnis hat die Behörde aber noch nicht vorgelegt. Eine breite Front auch aus Umweltschützern und Bürgerinitiativen stemmt sich gegen die Vorschläge der Deutschen Bahn zum Neubau einer Bahnstrecke. Die Gegner fordern stattdessen die Modernisierung der bestehenden Gleise und haben Gutachten vorgelegt, die davon ausgehen, dass das sogar die bessere Lösung wäre. Anwohner im ohnehin verkehrsbelasteten Inntal fürchten mit dem Neubau eine jahrelange Baustelle und noch mehr Verkehr. (dpa/mh)

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Railcargo & KV, Logistikregion Bayern, Österreich, Italien, Deutsche Bahn


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