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BMW BVL

BMW wurde für das Projekt „Logistics Next" ausgezeichnet

©BVL/Kai Bublitz

BMW Group erhält Deutschen Logistik-Preis 2019

Autonome Transportsysteme, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 sind in dem jetzt ausgezeichneten Projekt „Logistics Next" der BMW Group die Schlüsselfaktoren.

Berlin/München. Die BMW Group erhält für ihr Projekt „Logistics Next“ den Deutschen Logistik-Preis der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Der Preis wurde dem Automobilkonzern am Mittwochabend im Rahmen der Auftaktgala des Deutschen Logistik-Kongresses 2019 in Berlin feierlich überreicht.

Bei dem Transport- und Intralogistik-Projekt von BMW geht es darum, mit neuesten Technologien einfach und schnell auf Änderungen reagieren zu können, heißt es, die in der Automobilproduktion täglich vorkommen. Dazu zählen Künstliche Intelligenz (KI), Industrie 4.0-Konzepte, autonom fahrende Transportfahrzeuge, Elektromobilität und andere alternative Antriebe, aber auch Pick-, Transfer-, Sortier- und Platzierroboter als Dienstleister für menschliche Arbeit. Der Einsatz von Datenbrillen und papierlose Logistikprozesse sowie die intensive Einbindung von Fach- und Führungskräften in die Erneuerung und Verbesserung betrieblicher Abläufe runden das Projekt ab.

Erfolgstreiber war das Bekenntnis des Top-Managements zur Logistik

Das Bekenntnis des Top-Managements zur Logistik als Herzstück der Produktion und eine klare Roadmap seien, heißt es, die Voraussetzungen für das Gelingen des Großprojekts gewesen, dessen wesentliche Attribute lauten: autonom, transparent, vernetzt, kollaborativ. Transparenz schaffen durch Digitalisierung, Entwicklung und Einsatz von autonom fahrenden Transportfahrzeugen – werksübergreifend entwickelt, über offene Systeme gesteuert und standardisiert über alle Standorte hinweg. Step-by-Step umsetzbar und als Plattformlösungen konfiguriert. Jürgen Maidl, Leiter Produktionsnetzwerk, Logistik BMW Group, dazu wörtlich: „Wir haben eine klare Zukunftsvision und setzen uns frühzeitig mit den Technologien von morgen auseinander. Mit unseren innovativen Ansätzen können wir die immer komplexer werdenden Logistikprozesse effizient betreiben, transparent machen und damit unser Produktionssystem weiterentwickeln, so Jürgen Maidl, Leiter Produktionsnetzwerk, Logistik BMW Group.

Autonomer Outdoor-Transportroboter für Lkw-Auflieger

An vier großen Produktionsstandorten, konkret in Dingolfing, Leipzig, Regensburg und München, wird zeitgleich an unterschiedlichen Technologien gearbeitet, und viele Systempartner lassen sich gegenseitig an ihren Erkenntnissen teilhaben. Nach und nach wurden neue Technologien erprobt und in den Wertstrom der Werke integriert. Mit dem Einsatz von autonomen Transportsystemen auch im Außenbereich, wie im Pilotprojekt in Leipzig, nimmt die BMW Group nach eigenen Angaben eine Vorreiterrolle ein: Ein autonomer Outdoor-Transportroboter („AutoTrailer“) bringt Lkw-Auflieger selbstständig vom Stellplatz zur Ent- und Beladestation. Im Werk Dingolfing übernimmt die „Autobox“ autonom den Transport von Lasten bis 25 Tonnen innerhalb des Werks und nutzt dazu ein leitlinienfreies Navigationssystem. Das Materialhandling zwischen verschiedenen Prozessschritten muss dagegen noch manuell von Mitarbeitern ausgeführt werden. Deshalb entwickelt ein Team zusammen mit externen Partnern und Universitäten autonome Roboter, die manuelle Handlungsschritte unterstützen werden. Gemäß dem Credo: „Bei der BMW Group unterstützt die Technik den Menschen.“

Schon im Serienbetrieb ist im BMW Group Werk Leipzig der „SortBot“: Er erkennt Kleinladungsträger mithilfe einer 3-D-Kamera und künstlicher Intelligenz, findet den optimalen Greifpunkt und stapelt die Behälter mithilfe eines Sauggreifers auf der Palette. So entlastet er die Mitarbeiter von schweren und unergonomischen Tätigkeiten. Und mit dem „PickBot“, dem „Smart Transport Robot“, dem „PlaceBot“ oder dem „SplitBot“ hat die BMW-Group-Logistik bereits eine ganze Reihe weiterer Roboter für komplexe Einsätze in der Planung oder bereits im Testbetrieb.

Das Urteil der Jury

Mit seinem Projekt setzte sich der  BVL zufolge die BMW Group gegen zwei weitere starke Finalisten durch, namentlich die Airbus Operations GmbH und die Loxxess AG. Ausschlaggebend für die 17-köpfige Fachjury unter Vorsitz von Matthias Wissmann sei es gewesen, mit „Logistics Next“ ein Projekt vorzufinden, bei dem die digitale Transformation weit fortgeschritten ist. „Die Langfristigkeit der Zielsetzungen und Planungen, die Konsequenz in der Umsetzung und die Begeisterung der Projektbeteiligten und deren Teamgeist sind erfrischend, innovativ und vorbildlich – ebenso wie die standortübergreifende Zusammenarbeit zwischen Produktion, Logistik und IT. Das alles hat uns überzeugt“, so Wissmann. (eh)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special AUTOMOBILLOGISTIK & FAHRZEUGTRANSPORTE.

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