Reh

Die Paarungszeit für Rehe hat begonnen. Das birgt auf der Straße besondere Gefahren

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Achtung, liebestolle Rehe

Das Reh springt hoch, das Reh springt weit - und in der Blattzeit auch häufig vor Fahrzeuge. Denn die Böcke verfolgen aktuell vor allem ein Ziel und erhöhen so die Gefahren auf der Straße.

Erfurt/Jena. Verkehrsteilnehmer sollten aktuell mit besonderer Vorsicht an Waldrändern vorbei fahren. Die Paarungszeit für Rehe hat inzwischen begonnen, wie der Geschäftsführer Landesjagdverband Thüringen, Frank Herrmann, sagte. „Die liebestollen Rehböcke stellen den Ricken in der Blattzeit nach. Und Liebe macht blind - demzufolge kann es passieren, dass der Bock in seiner Lust nach dem weiblichen Geschlecht auch vor ein Auto auf die Straße springt”, warnte Herrmann. Dass es bei den Tieren ausgerechnet dann zur Sache geht, wenn die Temperaturen ohnehin hoch sind, störe die Rehe nicht. „Die lieben die heiße Zeit.” 

Auch der ADAC Hessen-Thüringen weist auf den aktuell verstärkten Wildwechsel hin. „Dort, wo Schilder an den Straßen auf Wildwechsel aufmerksam machen, besteht natürlich nicht nur im Herbst eine Gefahr”, sagte Pressesprecher Cornelius Blanke. 

Rehe fallen mit ihrer Paarungszeit aus dem Muster vieler anderer Wildtiere, sagte Marcus Orlamünder, Mitarbeiter beim Nabu Thüringen. So legten Rot- und Damwild etwa erst im Herbst los. „Die Blattzeit für Rehe ist im Hochsommer, also im Juli und August.” Wegen der sogenannten Keimruhe entwickle sich das befruchtete Ei nach der Paarung aber erst später. Die Kitze kämen so erst im Mai oder Juni zur Welt. „Das ist sinnvoll, dann gibt es viel frisches Grün und es wird wieder warm.”

Laut Deutscher Wildtierstiftung ist das Reh die in Europa häufigste und kleinste Art der Hirsche. Als Trughirsch ist es näher mit dem Elch verwandt als mit dem bei uns heimischen Rot- oder Damhirsch. (dpa/sno)

 

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special VERKEHRSSICHERHEIT.

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