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Richterhammer, Urteil, Gerichtsentscheidung

Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 26 angeklagte ermittelt

©Andrea Warnecke/dpa/picturel-alliance

17 Transportunternehmen in Italien beschlagnahmt

Es besteht der Verdacht, dass die Unternehmen aus Sizilien, der Lombardei und Venetien in Verbindung zu einer kriminell mafiösen Vereinigung stehen.

Catania. Großer Schlag der Staatsanwaltschaft Catania gegen den Clan Scalisi: Die Direzione Distrettuale Antimafia hat die Beschlagnahmung von Gütern sowie mehreren Unternehmen veranlasst, die im Logistik- und Transportwesen tätig sind und vom derzeit inhaftierten Clan-Boss Giuseppe Scarvaglieri kontrolliert werden sollen. Nach Ansicht der Ermittler sollen Strohmänner genutzt worden sein, um Unternehmen zu gründen und als deren legale Vertreter zu fungieren.

Insgesamt wurde gegen 26 Angeklagte ermittelt. Die Tatvorwürfe vor allem: Zugehörigkeit zu einer kriminellen mafiösen Vereinigung und betrügerischer Werttransfer mit dem Ziel, die geltenden Antimafia-Normen zu umgehen. Fünf der Angeklagten wurden in Haft genommen.

Die Beschlagnahmung indes betrifft Anteile von 17 Unternehmen mit Unternehmenssitzen in Sizilien, der Lombardei und Venetien, Güter und Immobilien sowie mehrere Girokonten mit einem Gesamtwert aller beschlagnahmten Posten von 50 Millionen Euro. In einer Mitteilung präzisiert die Staatsanwaltschaft von Catania, dass die Vereinigung die Fähigkeit gehabt habe, sich in das wirtschaftlich-soziale Netz einzufügen und aktive Produktionsstätten im gesamten Nationalgebiet sowie mit Sitz im Nord-Osten zu unterwandern.

Verantwortlich zeichnen dafür vor allem zwei Unternehmer, die im Transport- und Logistikwesen tätig sind, ihre Tätigkeit in Adrano (Catania) aufgenommen haben und nach Ansicht der Ermittler auch auf finanzielle Deckung durch den im Mittelpunkt der Ermittlungen stehenden Clan setzen konnten. Beide Unternehmer hätten ihre illegalen Tätigkeiten aufs ganze Nationalgebiet ausgeweitet und hätten gar Unternehmen übernommen, die im Bereich der Kommerzialisierung von Erdölprodukten in Venetien und der Lombardei tätig waren. (nja)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special ITALIEN.

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Italien, Kriminalität und Sicherheit


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