Kabotage

Kabotage ist der innerstaatliche Güterkraftverkehr durch gebietsfremde Verkehrsunternehmer. Seit 14. Mai 2010 gelten EU-weit einheitliche Kabotagevorschriften. Gemäß der EU-Verordnung 1072/2009 ist jeder Verkehrsunternehmer, der Inhaber einer Gemeinschaftslizenz ist und dessen Fahrer, wenn er Staatsangehöriger eines Drittlandes ist, eine Fahrerbescheinigung mit sich führt, unter bestimmten Bedingungen zur Kabotage berechtigt.

Diese Verkehrsunternehmer dürfen im Anschluss an einen grenzüberschreitenden Transport aus einem anderen Mitgliedstaat oder Drittland in den Aufnahmemitgliedstaat nach Auslieferung der Güter bis zu drei Kabotagetransporte mit demselben Fahrzeug oder im Fall von Fahrzeugkombinationen mit dem KFZ desselben Fahrzeugs durchführen.

Die letzte Entladung, bevor der Aufnahmemitgliedstaat verlassen wird, muss innerhalb von sieben Tagen nach der letzten Entladung der in den Aufnahmemitgliedstaat eingeführten Lieferung erfolgen.

Kabotagetransporte im Anschluss an eine grenzüberschreitende Beförderung sind erst nach vollständiger Entladung des Fahrzeugs zugelassen.

Zudem kann innerhalb von drei Tagen nach der Einfahrt mit einem unbeladenen Fahrzeug in das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates ein Kabotagetransport durchgeführt werden. Das setzt voraus, dass zuvor ein grenzüberschreitender Transport in einen anderen Mitgliedstaat stattgefunden hat und dass insgesamt die Sieben-Tage-Frist eingehalten wird.
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