30.09.2009 |

Wöhrl warnt vor enormen Schäden durch Piraten

Hamburg. Die zunehmende Zahl von Piratenüberfällen auf den Meeren hat nach Angaben der Koordinatorin der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl (CSU), enorme finanzielle Folgen für die Weltwirtschaft. Allein 2008 beliefen sich die Schäden auf schätzungsweise 16 Milliarden US-Dollar (rund elf Milliarden Euro), sagte Wöhrl am Mittwoch in Hamburg bei der Eröffnung der Fachmesse MS & D, die sich mit Sicherheitsfragen in der Schifffahrt befasst. Nach Erhebungen des International Maritime Bureau (IMB) in Singapur hat sich die Zahl der Piratenüberfälle im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 114 auf 240 mehr als verdoppelt.

Auf der Messe präsentieren rund 60 Spezial- und Rüstungsfirmen, Werften sowie Zulieferer neuere Entwicklungen in der Verteidigungs- und Überwachungstechnologie. Auf einer Fachkonferenz diskutieren Experten und Militärs parallel über Piraterie-Bekämpfung und andere Themen im Zusammenhang mit der Sicherung der weltweiten Seewege. Auf der für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Ausstellung zeigen die Anbieter unter anderem unbemannte kleine Flugkörper sowie sogenannte Schallkanonen, die Piraten mit infernalischem Lärm verjagen sollen.

Die Sicherheit der Seewege habe entscheidende Bedeutung für die Weltwirtschaft und für deutsche Unternehmen, sagte Wöhrl. Überfälle zwängen Reeder zu längeren Routen und trieben Versicherungsprämien nach oben. Zudem müssten Millionen Euro Lösegelder für entführte Schiffe gezahlt werden. Auch der stellvertretende Inspekteur der deutschen Marine, Konteradmiral Heinrich Lange, warnte vor den Folgen von Piratenüberfällen. Diese sei nicht nur vor Somalia ein Problem, sondern auch in Indonesien, vor Westafrika und in Teilen Südamerikas. „Das Phänomen der Piraterie ist zurückgekommen.“

Wöhrl rief die Reeder auf, mehr zum Schutz ihrer Schiffe zu tun und die Piratenabwehr nicht nur dem Militär zu überlassen, das vor der Küste Somalias derzeit mit Kriegsschiffen im Einsatz ist. „Sie sind erstmal selbst gefordert“, sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium (CSU) unter Verweis auf die auf der Fachmesse ausgestellten Entwicklungen. Die deutsche Industrie sei in dem wichtiger werdenden „Leitmarkt“ für maritime Sicherheitstechnik und -dienstleistungen gut aufgestellt. Schon 2005 habe der Umsatz in dem Sektor rund zehn Milliarden Euro betragen. (dpa/ag)

 
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