11.12.2008 |

Wenig Hoffnung für Transrapid-Strecke in Niedersachsen

Hannover. Die Transrapid-Teststrecke im Emsland steht voraussichtlich vor dem Aus. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) teilte am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern des Bundes und der Industrie sowie mit Politikern der Region mit, dass die Entwicklungsfirmen Siemens und Thyssen Krupp momentan keine weiteren Tests über den 30. Juni 2009 als nötig erachten. „Ohne ein Engagement der beiden Industriefirmen gibt es wenig Chancen für die Fortführung“, sagte Hirche.

Im Gegensatz zum Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring (CDU), sieht Hirche jedoch noch Hoffnung für die weitere Streckennutzung. „Es sind einige Fragen offen geblieben, ob nicht doch noch ein Weiterbetrieb über den 30. Juni hinaus für den Export nützlich ist“, sagte der Minister. Deutlicher äußerte sich dagegen Bröring: „Ich bin pessimistisch, dass uns das gelingt.“

Eine endgültige Entscheidung soll nach Angaben Brörings noch vor Weihnachten fallen. „Die Industriefirmen werden sich schriftlich gegenüber dem Bundesverkehrsminister noch im Dezember äußern“, sagte Hirche, der zuvor vergeblich versucht hatte, Siemens und Thyssen Krupp von der Notwendigkeit weiterer Tests zu überzeugen. Auch die Bereitschaft Niedersachsens, Geld für die Teststrecke bereitzustellen, änderte an der Haltung offenbar nichts mehr.

„Es gibt die Skepsis der Industrie. Sie haben sich nicht verpflichtet zu irgendetwas“, bekannte Hirche. Für den Fall, dass die Teststrecke tatsächlich nicht weiter genutzt wird, liegt die Rückbauverpflichtung der Anlage beim Bund. „Die Kommunen müssten dann entscheiden, wie es dort weitergeht“, so Hirche. Nach Angaben Brörings gibt es intern bereits konkrete Pläne für die weitere Nutzung des jetzigen Weidelandes. „Für das Emsland wäre das kein schwerer Schlag. Wenn der Transrapid stirbt, werden wir die Teststrecke anders nutzen“, sagte Bröring.

Im September 2006 waren auf der Teststrecke in Lathen bei einem schweren Unglück 23 Menschen gestorben. Elf Personen wurden zudem teils schwer verletzt, nachdem ein Transrapid auf einen auf der Strecke abgestellten Werkstattwagen gerast war. (dpa)

 
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