27.01.2009 | Transport + Logistik

Weiter Straßenblockaden in Griechenland - erste Versorgungsengpässe

Athen/Sofia. Die seit über einer Woche anhaltenden Straßenblockaden der griechischen Bauern haben am Dienstag erstmals zu Versorgungsengpässen in Griechenland und Bulgarien geführt. In den Großstädten des Landes wurde Gemüse und Obst knapp, wie das Staatsfernsehen berichtete. Zudem hätten die Proteste der Landwirte gegen die Preispolitik des Staates Probleme beim Transport von Medikamenten verursacht. In Teilen Bulgariens führten die Blockaden bereits zu höheren Preisen bei Südfrüchten und Gemüse, die traditionell aus Griechenland importiert werden.

Tausende griechische Bauern besetzen mit ihren Traktoren weiter wichtige Verkehrsknotenpunkte des Landes und Grenzübergänge nach Bulgarien und in die Türkei. Angesichts sinkender EU-Subventionen und fallender Weltmarktpreise fordern sie mehr Hilfe vom Staat.

„Es ist absolut notwendig, dass diese Blockaden aufhören“, sagte die griechische Außenministerin Dora Bakogianni im Fernsehen. Vor allem die Grenzsperren müssten beendet werden. Das Land sei als EU- Mitglied verpflichtet die Transportwege offen zu halten.

Bulgarische Spediteure leiden unter Blockade

Die bulgarische Regierung zeigte sich weiter besorgt über die Blockade seiner Südgrenze. «Wir sind Zeugen eines gefährlichen Präzedenzfalls», warnte Außenministeriums-Sprecher Dragowest Goranow in Sofia. Bulgarien habe am Vortag ein Protestschreiben bei der EU- Kommission eingereicht und die EU darin gebeten, einzugreifen. Die bulgarischen Spediteure berichteten über Verluste in Millionenhöhe.

Auf der griechischen Seite der Grenze zu Bulgarien stauten sich nach Polizeiangaben auch am Dienstag wieder Lastwagen auf etwa 20 Kilometer Länge. Auf bulgarischer Seite entspannte sich die Lage etwas, aber noch immer bildete sich am Dienstag eine vier Kilometer lange Lastwagen-Schlange, wie die bulgarische Grenzpolizei mitteilte.

Verkehrschaos herrschte laut griechischem Fernsehen auch auf beiden Seiten des Kanals von Korinth, der die Halbinsel Peloponnes mit dem Rest Griechenlands verbindet. Tausende Autofahrer gerieten in lange Staus. Die Landwirte ließen lediglich eine Gasse frei, die zum Festland führt. Die Fahrt von Korinth nach Athen dauerte statt wie üblich eine Stunde mehr als drei Stunden. (dpa/pi)

 
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