05.01.2009 |
Walter Hirche kehrt der Politik den Rücken
Hannover. Ein FDP-Urgestein verlässt die politische Bühne. Nach insgesamt 14 Jahren als Wirtschaftsminister in Niedersachsen sowie Brandenburg hat Walter Hirche seinen Rücktritt angekündigt. Der Liberale, der am 13. Februar 68 Jahre alt wird, macht den Weg frei für einen Generationswechsel.
Hirche gilt als Politiker alten Stils - diskret, loyal und uneitel. Der gelernte Lehrer zog im Alter von 33 Jahren erstmals als Abgeordneter in den Landtag in Hannover ein und kümmerte sich dort zunächst vor allem um Bildungspolitik. 1978 bis 1982, die FDP hatte den Wiedereinzug ins Parlament verpasst, folgte für den Vater von zwei Söhnen ein Zwischenspiel als Archivar beim Stahlkonzern Preussag.
Mit der Rückkehr der Liberalen ins Parlament in Hannover 1982 wurde Hirche ihr Fraktionschef. Vier Jahre später folgte der Wechsel auf die Regierungsbank, doch schon 1990 war die erste Periode als Wirtschafts- und Verkehrsminister in Niedersachsen beendet, weil Gerhard Schröder CDU und FDP in die Opposition schickte. Seinen ministeriellen Sachverstand konnte Hirche danach in Brandenburg einbringen, wo Manfred Stolpe kurz nach der Wende eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen bildete.
1993 bewarb sich der akribische Aktenleser vergeblich um die Nachfolge von Bundes-Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann. 1994 errang Hirche ein Bundestagsmandat und kam zu Angela Merkel als Staatssekretär ins Umweltministerium. Von 1994 bis 2006 war er Vorsitzender der Niedersachsen-FDP und seit 2003 erneut Wirtschaftsminister. Mittelstandsförderung, Bürokratieabbau und der Ausbau Niedersachsens als Logistik-Standort zählten zu seinen Schwerpunkt-Themen.
Als möglicher Nachfolger ist FDP-Landes- und Fraktionschef Philipp Rösler im Gespräch. (dpa)
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