Rostock/Hambrg. Der Insolvenzverwalter der Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde, Marc Odebrecht, hat die wirtschaftliche Situation des Unternehmens als „weiterhin schwierig“ dargestellt. Insgesamt lasteten rund 100 Millionen Euro an Lieferantenverbindlichkeiten auf Wadan, teilte Odebrecht am Montag in Hamburg mit. Die Rechtsansprüche der Zulieferer würden geprüft, mit ihnen sei Kontakt aufgenommen worden. Zudem sei der finanzierte Auftragsbestand der Werften offenbar geringer als bislang bekannt. Wie hoch der Bestand genau ist, blieb aber unklar. Die Wadan-Geschäftsführung selbst hatte zuletzt von zwölf Schiffen gesprochen, die bis Ende 2010 noch gebaut und ausgeliefert würden. Der größte Schiffbauer im Nordosten hatte am 5. Juni Insolvenzantrag gestellt, betroffen sind rund 2500 Schiffbauer in Mecklenburg-Vorpommern. Wadan hatte infolge der internationalen Wirtschaftskrise und ausbleibender Aufträge Kredite und Bürgschaften des Bundes und des Landes über insgesamt mehr als 200 Millionen Euro erhalten. Grund für die Insolvenz war früheren Angaben der Landesregierung zufolge, dass die Gesellschafter, die russische FLC West und eine Tochter des koreanischen Schiffsbauers STX, ihre Verpflichtungen nicht mehr eingehalten hatten. Dazu gehörten die Eigenleistung in Höhe von fünf Millionen Euro bei der Gewährung neuer Kredite, die garantierte Charterrate für zwei Schiffe und die Abnahme von vier von STX bestellten Schiffen. Wie Odebrecht mitteilte, werde derzeit über die Fortsetzung der begonnenen Bauprojekte, insbesondere der beiden Großfähren für die Stena Rederei AB, Göteborg, verhandelt. „Wir sind überall auf große Gesprächsbereitschaft gestoßen“, sagte Odebrecht. Er kündigte für diese Woche weitere Gespräche mit Banken an, in denen es um die kurzfristige Finanzierung der im Bau befindlichen Schiffe geht. Die begonnenen Schiffbau-Projekte müssten fortgesetzt werden, um immense finanzielle Verluste für alle Beteiligten zu vermeiden. „Wir haben uns als erstes um die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter gekümmert.“ Damit die Belegschaft so schnell wie möglich Geld erhalte, sei zunächst ein 90-prozentiger Abschlag des Tariflohns gezahlt worden. Die Parteien im Schweriner Landtag machten am Montag deutlich, dass sie an die Zukunft der Wadan-Werften glauben und zu weiteren Hilfen bereit sind. Finanzielle Unterstützung werde es aber nur bei der Gewähr geben, dass „Geld nicht verbrannt wird“, betonte SPD- Fraktionschef Norbert Nieszery. Ein endgültiges Aus für die Werften komme auch für die FDP nicht in Betracht: „Wenn es ein vertrauenswürdiges, nachvollziehbares, unternehmerisches Konzept gibt, dann sind wir dabei“, sagte FDP-Fraktionschef Michael Roolf. Die Linke bekräftigte ihre Forderung nach einer Auffanggesellschaft für die 2400 Beschäftigten in Wismar und Rostock-Warnemünde, um die Fachkräfte im Land zu halten. (dpa)
Wadan hat 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Insolvenzverwalter: Die Wirtschaftliche Lager der Werften ist schwierig