29.09.2008 | Transport + Logistik

VR-Telematik-Dialog: Flottenmanagement über die OBU weiterhin Zukunftsmusik

Hannover. Die Realisierung der seit langem diskutierten Mehrwertdienste im Zusammenhang mit der LKW-Maut lässt offenbar weiter auf sich warten. Obwohl das Bundesverkehrsministerium bereits vor einem Jahr angekündigt hatte, das Mautsystem für Mehrwertdienste wie Flottentelematik oder Verkehrssteuerung zu öffnen, sind in diese Richtung bislang keine konkreten Anstrengungen unternommen worden. Bis auf weiteres wird die OBU daher ausschließlich für die Berechnung der LKW-Maut genutzt werden können. Dies wurde beim 3. Telematik-Dialog deutlich, den die VerkehrsRundschau parallel zur IAA Nutzfahrzeuge in Hannover veranstaltete.

Johannes Springer, Geschäftsführer Technik bei Mautbetreiber Toll Collect machte den Teilnehmern deutlich, dass Toll Collect erst dann konkrete Schritte unternehmen werde, wenn es die klare Anforderung aus dem Markt gibt und die politischen Rahmenbedingungen für Mehrwertdienste geschaffen wurden. „Uns reicht keine politische Willensbekundung aus, wir brauchen fundierte Gespräche. Der Druck muss aus dem Markt kommen“, apellierte Springer an die führenden Anbieter von Telematiksystemen. Bis jetzt existiert laut Springer weder ein Gremium, das konkrete Gespräche über das Angebot von Mehrwertdiensten führt, noch ein Geschäftsmodell.

Nach Vorstellungen des Bundesverkehrsministers soll es beispielsweise möglich sein, dass Telematikanbieter das Ortungsmodul der OBU mitnutzen sowie den Mobilfunk-Kommunikationskanal für das Versenden von Daten. Die Hardware für Telematiksysteme soll dadurch billiger werden. Telematikanbieter beurteilen dies skeptisch: Die Einsparungen durch die Mitnutzung der Mautinfrastruktur seien minimal da die Bauteile immer billiger würden. Außerdem so ein Einwand, sei die technologische Entwicklung der Kommunikationssysteme so rasant, dass das Mautsystem dem Stand der Technik bald hinterherhinken werde. (diwi)

 
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