18.03.2010 |

Volkswagen: Heizmann soll neue LKW-Sparte führen

Wolfsburg. Bei Volkswagen soll Produktionsvorstand Jochen Heizmann künftig die seit längerem geplante neue Lastwagen-Sparte führen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag aus Konzernkreisen. Darüber hatte auch die "Financial Times Deutschland" berichtet.

Volkswagen strebt im LKW-Geschäft eine Allianz mit MAN und Scania unter dem Dach des VW-Konzerns an. In der Branche gilt als sicher, dass VW seinen 30-Prozent-Anteil an MAN aufstocken will, um die Kontrolle über die Münchner zu bekommen. Den schwedischen Lastwagenbauer Scania hatte VW bereits übernommen.

VW will seine LKW-Marken dann in einer Sparte unter Heizmanns Führung zusammenfassen. Wann dies geschehen soll und wann VW seinen MAN-Anteil aufstocken will, ist unklar. Möglicherweise passiert dies noch in diesem Jahr. Zunächst steht bei VW im ersten Halbjahr eine milliardenschwere Kapitalerhöhung an, um die schrittweise Übernahme von Porsche zu finanzieren.

Das "manager magazin" hatte berichtet, Heizmann solle im Sommer seinen Posten als Produktionsvorstand abgeben. Konzernintern sei ihm schon früher ein mitunter rabiates Auftreten vorgeworfen worden. Ein VW-Sprecher in Wolfsburg sagte am Donnerstag lediglich: "Heizmann hat eine führende Position im Konzern und wird sie auch zukünftig ausführen."

Heizmann gilt als Vertrauter von Konzernchef Martin Winterkorn. Er wechselte Anfang 2007 von der VW-Tochter Audi zu Volkswagen. Eine seiner zentralen Aufgaben ist die Einführung einer neuen Fertigungsweise, mit der neue Modelle schneller entwickelt und kostengünstiger gebaut werden können.

Neben der Personalie Heizmann stehen bei VW weitere Wechsel im Top-Management an. Wie seit längerem in der Branche bekannt, soll der frühere Conti-Chef Karl-Thomas Neumann vom Herbst an das wichtige China-Geschäft des Konzerns leiten. Neumann ist bislang Konzernbeauftragter für Elektroantriebe und war Ende des vergangenen Jahres zu VW gewechselt. Der bisherige China-Chef Winfried Vahland soll die Leitung der tschechischen Tochter Skoda übernehmen. Neumann und Vahland gelten als mögliche Nachfolger von Winterkorn, 62. (dpa)

 
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