13.11.2008 |

Verstopfte Häfen: Niedersachsen plant Sofortinvestition in Bahnnetz

Hannover. Zum Abtransport der wachsenden Containerflut von den norddeutschen Häfen ins Inland plant Niedersachsen millionenschwere Sofortinvestitionen in private Bahnstrecken. Dies solle den drohenden Kollaps auf den Hauptstrecken der Bahn abwenden und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den niederländischen Häfen sicherstellen, sagte Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche
(FDP) am Donnerstag in Hannover. Bis Ende 2010 sollen 45 Millionen Euro und bis 2015 insgesamt 250 Millionen Euro in die Regionallinien fließen. Über eine Kostenteilung will Niedersachsen mit Bremen und Hamburg verhandeln, auch der Bund soll zuzahlen.

Ungeachtet der drohenden Wirtschaftsflaute sei bis 2015 mit einer Verdoppelung der Güterzugzahlen von den Häfen Richtung Süden und Osten zu rechnen, sagte Hirche. Es müsse sofort gehandelt werden, denn der Ausbau bestehender Strecken und die von Hannover Richtung Bremen und Hamburg konzipierten Y-Neubautrasse ständen erst in etlichen Jahren zur Verfügung. Zur Entlastung der Hauptstrecken sollen kurzfristig Güterzüge über Privatbahnen in die Lüneburger Heide und den Raum Bremervörde umgeleitet werden. Auf den Linien müssten Bahnübergänge, Signale und teils die Gleise verbessert werden, was aber keiner aufwendigen Planungsverfahren bedürfe.

Dem niedersächsischen Sofortprogramm liegt eine Studie des Braunschweiger Instituts für Verkehrssystemtechnik zugrunde, in die die Häfen und die Deutsche Bahn eingebunden wurden. Die Untersuchung empfiehlt für die Abfuhr der Züge vom künftigen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven die Nutzung der Strecke Oldenburg-Osnabrück. Auch der Einsatz von Doppelstock-Containerzügen und Güterzügen mit Überlänge wurde untersucht. (dpa)

 
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