13.07.2009 | Transport + Logistik

Verkehrsbranche leidet besonders unter der Krise

Berlin. Die deutsche Verkehrswirtschaft leidet dramatisch unter der Wirtschaftskrise. Das ermittelte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt in einer Sonderauswertung seiner aktuellen Konjunkturumfrage. Die Auswertung, der 1795 Unternehmensantworten zugrunde liegen, zeigt für alle Verkehrsbereiche deutliche Einbrüche bei Geschäftslage und -aussicht. Demnach ist die Stimmung in der Verkehrsbranche erheblich schlechter als in der Gesamtwirtschaft.

DIHK-Angaben zufolge melden die Reedereien die schlechtesten Geschäftsaussichten der gesamten Verkehrsbranche. Ursache hierfür sind die stark rückläufigen Importe, die in den letzten Jahren den größten Wachstumsbeitrag geleistet hatten – vor allem in der Containerschifffahrt. Hinzu kommen die Rückgänge bei den Ausfuhren, etwa die Einbrüche des Autoexports nach Nordamerika, die viele Reedereien dazu zwingen, nicht ausgelastete Schiffe auf Reede zu legen. Der Erwartungssaldo erreicht mit minus 61 Prozentpunkten einen historischen Tiefpunkt: Zwei Drittel der Unternehmen in der Seeschifffahrt erwarten für die nächsten Monate weiterhin schlechte Geschäfte. Lediglich vier Prozent rechnen mit einer Verbesserung ihrer Situation.

Die Einbrüche in der Industrieproduktion führen auch zu einem starken Druck auf die Frachtraten im Straßengüterverkehr, während die Kosten aufgrund der Mauterhöhung im Frühjahr 2009 weiter steigen. Derzeit schätzen 53 Prozent der Transport- und Logistikunternehmer ihre Lage als schlecht ein, nur sieben Prozent bewerten sie als gut. Mit einem Lagesaldo von minus 46 Prozentpunkten erreichen die Einschätzungen der Unternehmen einen historischen Tiefpunkt.

Die Fuhrunternehmer rechnen laut DIHK-Umfrage auch für die Zukunft nicht mit einer fühlbaren Verbesserung ihrer Geschäftssituation. Trotz der ersten leichten Belebungstendenzen der Industrie prägt die massive Mauterhöhung zum Jahresbeginn das Stimmungsbild. Nur jedes zehnte Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft, dagegen erwarten 55 Prozent der Spediteure für die nächsten zwölf Monate eine schlechtere Geschäftsentwicklung. (ag)

 
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