20.02.2009 |

Verkehrsausschuss will Mehdorn zu Datenaffäre hören

Berlin. Zur Aufklärung der Datenaffäre hat der Bundestags-Verkehrsausschuss Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn in seine nächste Sitzung am 4. März geladen. Auch der Leiter der Konzernrevision, Josef Bähr, Sicherheitschef Jens Puls und der Antikorruptionsbeauftragte Wolfgang Schaupensteiner sollen Auskunft geben, wie der Ausschussvorsitzende Klaus Lippold (CDU) heute in Berlin mitteilte.

Bähr sollte schon am 11. Februar vom Ausschuss zum systematischen Abgleich von Zehntausenden Mitarbeiter- mit Lieferantendaten befragt werden. Er war aber kurzfristig beurlaubt worden. Das verärgerte die Abgeordneten, weil Bähr in der Affäre als Schlüsselfigur gilt. Er leitete die Revisionsabteilung seit Juni 2001 und ist in dieser Funktion direkt Vorstandschef Mehdorn unterstellt. Die Deutsche Bahn ließ offen, wer der Einladung für den 4. März folgen wird. Ein Sprecher lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Lippold stellt fest: „Für den Verkehrsausschuss ist es selbstverständlich, dass die Geladenen Rede und Antwort stehen werden.“

Der CDU-Politiker nannte es unverständlich, dass die Deutsche Bahn die Namen von Verantwortlichen bis heute schuldig bleibe. Er kritisierte zugleich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller. Beide hätten in der Affäre „früher und nachhaltiger“ tätig werden müssen.

Der Aufsichtsrat hatte die Ermittlungen am Mittwoch an sich gezogen und in die Hände von zwei Sonderermittlern gelegt. Einer von ihnen ist der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP). Er sagte heute in der „ARD“: „Das wichtigste Ziel ist Aufklärung, das Vertrauen muss wieder aufgebaut werden zu den Angehörigen der Belegschaft, die uns kontaktiert haben.“ Die Frage sei, wer zur Verantwortung gezogen werde, und welche Schlussfolgerungen sich für den Datenschutz ergäben.

Auf Drängen des Betriebsrats stoppte die Bahn die elektronische Speicherung der Personalakten ihrer 240.000 Mitarbeiter, die seit einiger Zeit im Gang ist. „Wir setzen die Erfassung aus“, bestätigte ein Bahnsprecher heute in Berlin. Der Konzernbetriebsrat hatte in einem Brief an Mehdorn gefordert, die Speicherung in einem Computersystem zu unterlassen, bis die Datenaffäre aufgeklärt sei, wie die „Süddeutschen Zeitung“ berichtete. Er verwies darauf, dass die Personalverwaltung für mehrere Spähaktionen Daten geliefert habe. Bei der elektronischen Speicherung werden auch Zeugnisse, Krankmeldungen und interne Vermerke erfasst. (dpa)

 
Anzeige
 

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

20.02.2009Artikelinformationen

Social Networking
Schlagworte
Bildnachweis
(Foto: ddp)

Frachtenbörsen

Transportausschreibungen

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 02.02.2012 | Recht + Geld
    Urteil der Woche: Haftungsbeschränkung für verunfallten Fahranfänger
    spedi 01 meint: zu Politiker: woher Wissen Sie den das die Manager noch Boni erhalten? Unerträglich sind immer...[mehr…]
  • 01.02.2012 | Recht + Geld
    Urteil der Woche: Haftungsbeschränkung für verunfallten Fahranfänger
    Politiker meint: Und warum müssen die Manager nicht für ihre vorsätzlichen Fehler aufkommen, sondern erhalten als...[mehr…]
  • 01.02.2012 | Transport + Logistik
    Bahn legt Y-Trasse auf Eis
    Politiker meint: Wieder ein Schlag gegen die Eisenbahn und die deutsche Infrastruktur. Es ist auch wichtiger im...[mehr…]
  • 30.01.2012 | Transport + Logistik
    Opposition wirft Ramsauer Personalbesetzung mit Gefolgsleuten vor
    Max Mustermann meint: der werte Hr. Niebel macht doch genauso ..... Vetternwirtschaft .... naja solange der Rest des...[mehr…]
  • 30.01.2012 | Transport + Logistik
    Italien: Regierung hebt Sonntagsfahrverbot auf
    Deka 1803 meint: Die Politiker und Bürger dieses Landes sollten sich eines vor Augen halten.Mit LKW und ohne PKW...[mehr…]

Frage der Woche

Jahresabo Premium

Jahresabo

Profitieren Sie ein Jahr lang von den Premium-Vorteilen der VerkehrsRundschau!


Mit hochwertiger Prämie! [Bestellen]

Neueste Meldungen

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.

Aktuelle Stellenangebote

Weitere Stellenanzeigen buchen

Beliebteste Galerien

Mini-Abo Online

miniabo

Testen Sie jetzt VerkehrsRundschau Online vier Wochen lang für nur 19 €

[Bestellen]

Beliebteste Meldungen