Unterlegener Hapag-Lloyd-Bewerber NOL streicht 1000 Stellen

19.11.2008 11:53 Uhr
NOL-Chef Ron Widdows
NOL-Chef Ron Widdows (Bild: NOL)
© Foto: NOL

Unternehmen will seine US-Zentrale aus Oakland in Kalifornien an einen billigeren Standort verlegen und plant auch in Europa und Asien Restrukturierungen

Singapur. Der unterlegene Kaufinteressent an der Reederei Hapag-Lloyd, Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur, streicht 1000 Arbeitsplätze. Diese und andere Maßnahmen seien nötig, weil im Containergeschäft ein scharfer und anhaltender Geschäftseinbruch zu erwarten sei, teilte die Reederei am Mittwoch in Singapur mit. Das Unternehmen will deshalb seine US-Zentrale aus Oakland in Kalifornien an einen billigeren Standort verlegen und plant auch in Europa und Asien Restrukturierungen. "Das Umfeld ist so negativ wie nie zuvor in der Geschichte dieser Industrie", warnte NOL-Chef Ron Widdows. "Was wir sehen, geht weit über einen normalen zyklischen Abschwung hinaus." Eine Erholung im Containergeschäft sei nicht in Sicht und die Schwierigkeiten könnten sich über Jahre hinziehen, teilt die Reederei mit. In den vergangenen Wochen habe sich die Lage noch einmal deutlich verschlechtert. Die Aussicht auf Gewinne im nächsten Jahr seien düster. NOL hatte in diesem Jahr ein Übernahmeangebot für Hapag-Lloyd, der fünftgrößten Containerreederei der Welt, vorgelegt. Der asiatische Konzern zog dann aber sein Angebot Anfang Oktober zurück. Widdows hatte bereits zu diesem Zeitpunkt auf eine Eintrübung in der bisher erfolgsverwöhnten Containerschifffahrt hingewiesen. Hohe Rohstoff- und Ölpreise fielen zusammen mit niedrigen Frachtraten und wachsenden Kapazitäten an Schiffen, die noch in besseren Zeiten bestellt worden waren. Die TUI-Tochter Hapag-Lloyd ging danach an eine Hamburger Investorengruppe um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Der Preis für sämtliche Anteile betrug 4,45 Milliarden Euro. Die Stadt Hamburg unterstützte den Kauf mit 484 Millionen Euro, damit die Reederei aus Singapur nicht zum Zuge kommen konnte. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Geschäfts hatte Hapag-Lloyd-Chef Michael Behrendt eine Jobgarantie für die Beschäftigten ausgesprochen. (dpa)

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