26.07.2010 |

TT-Line wird Mitglied des Short Sea Promotion Center Germany

Travemünde/Bonn. Die Fährreederei TT-Line wird ab 1. August neues Mitglied im deutschen Short Sea Shipping Promotion Center (SPC). Das teilten die beiden Partner am Montag mit. Ein wesentlicher Grund für den Beitritt zu der 2001 gegründeten Lobby-Plattform sei für die Traditionsreederei das Eintreten des SPC für den europäischen Kurzstreckenseeverkehr auf nationaler und internationaler Ebene.

Beim SPC in Bonn freut man sich über ein Mitglied,  das auf "konsequentes Umweltmanagement" setzt und dafür auch wiederholt ausgezeichnet wurde. So betreibt die Reederei insgesamt sechs sehr hohe Umweltstandards erfüllende Fracht-Passagierfähren auf ihren beiden Stammrouten von Lübeck-Travemünde und Rostock nach Trelleborg.  Für das laufende Jahr rechnet die Reederei mit insgesamt 320.000 LKW und Trailern auf ihren beiden Stammstrecken.

Große Sorgen macht sich TT-Line darüber, dass die heute bereits scharfen Bestimmungen zur Treibstoffqualität in der Ostsee ab 2015 noch einmal verschärft werden sollen. Dann soll der Schwefelgehalt für den Bereich Ostsee und auch Nordsee  von derzeit einem Prozent auf nur noch 0,1 Prozent reduziert werden. In allen Weltmeeren gilt ab 2015 jedoch ein Schwefelgrenzwert von 3,5 Prozent. Die Folge einer solchen, inzwischen auf Ebene der IMO beschlossenen Maßnahme ist nach Überzeugung von TT-Line-Geschäftsführungsmitglied Hanns Heinrich Conzen eine drastische Verteuerung der Treibstoffkosten um gut 80 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Diese könne seitens der Reeder nur über erhebliche Frachtratenerhöhungen in der Größenordnung von 20 bis 40 Prozent aufgefangen werden. Damit besteht aus Sicht der im Ost- und Nordseebereich tätigen Reedereien die Gefahr, dass der umweltfreundliche Verkehrsträger Schiff Ladung zu Lasten des LKW verlieren wird.

TT-Line wie auch die anderen, von diesem Beschluss betroffenen Reedereien treten daher mit Nachdruck dafür ein, dass die  Schifffahrt auf der Ost- und Nordsee nicht schlechter gestellt wird als die übrigen Seegebiete. Der Kompromiss könnte darin bestehen, für die Ost-und Nordsee Treibstoff mit einem maximalen Schwefelgehalt von 0,5 Prozent statt 0,1 Prozent zuzulassen.

Dem in Bonn ansässigen SPC haben sich bereits eine Reihe von namhaften, im europäischen Kurzstreckenseeverkehr tätige Reedereien angeschlossen, darunter beispielsweise die Fähreedereien Scandlines und DFDS Tor Line sowie die OPDR aus Hamburg und die Arkon Shipping aus Haren/Ems. Darüber hinaus gehören dem SPC auch verschiedene Häfen sowie Unternehmen aus der Logistik, Bahnverkehrswirtschaft, der verladenden Wirtschaft und verschiedener Ministerien an. Das deutsche SPC ist wiederum Bestandteil des europäischen Netzwerkes ESN (European Shortsea Network). (eha)

 
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26.07.2010Artikelinformationen

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