Rostock. Die von der dänischen Regierung und Schleswig-Holstein favorisierte feste Querung über den Fehmarnbelt hat keinen volkswirtschaftlichen Nutzen. „Das ist eine Luxusinvestition, die braucht niemand", stellte Hanns Heinrich Conzen, Geschäftsführer der Fährreederei TT-Line am Sonnabend in Rostock vor der Presse klar. Der Reederei-Chef nahm damit Stellung zu den für den Herbst anstehenden Entscheidungen auf höchster politischer Ebene. Sollte das Vorhaben aber doch realisiert werden, dann dürfen dafür keine Steuergelder aufgewandt und Staatsbürgschaften gewährt werden, sondern die Querung müsse ausschließlich mit Privatkapital verwirklicht werden, forderte der TT-Line-Chef. Sein Unternehmen betreibt seit 44 Jahren Fährverkehre zwischen Norddeutschland und Südschweden. Die Begründung der Befürworter für das Projekt - geschätzte Baukosten derzeit rund fünf Milliarden Euro -, dass durch den Querungsbau die Verkehrsabläufe optimiert werden, sei überhaupt nicht stimmig. Conzen: „Es gibt am Fehmarnbelt kein Verkehrsproblem." Das heutige Fährsystem, betrieben von Scandlines, sei innovativ und stelle den Markt zufrieden. Auch der Hinweis der Befürworter, dass die Fehmarnbelt-Querung mit der Öresund-Verbindung zwischen Dänemark und Schweden vergleichbar sei, ziehe nicht. Conzen: „Das ist ein völlig anderes Thema. Dort sind nämlich Ballungsräume miteinander verbunden worden." Statt sich mit dem Fehmarnbelt-Thema zu beschäftigen, sollte die Politik lieber Kraft und Ressourcen darauf verwenden, die wirklich drängenden Verkehrsprobleme zu lösen und reale Infrastrukturlücken zu schließen. (eha)
TT-Line: „Feste Fehmarnbelt-Querung braucht niemand"
Fährverkehre seien ausreichend: Straßenverbindung nach Dänemark stößt auf Widerstand