18.04.2008 |

Tiefensee: Verwendung der Transrapid-Gelder offen

München. Nach dem Aus für den Münchner Transrapid muss Bayern offensichtlich mit dem Verlust der für die Magnetbahn zugesagten knappen Milliarde Euro Bundeszuschüsse rechnen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) betonte heute in München: „Das Geld war ausschließlich für dieses Technologieprojekt vorgesehen.“

Der Bund habe das bayerische Projekt fördern wollen, weil es technologisch bedeutend gewesen sei. Die künftige Verwendung der vom Bund für den Transrapid zugesagten 925 Millionen Euro ließ Tiefensee offen. Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer pochten darauf, dass die Gelder auch ohne Transrapid an Bayern gehen.

Am Vortag hatten die norddeutschen Küstenländer das Geld für den Ausbau der Verkehrsanbindungen an die Häfen eingefordert. Beckstein bekräftigte dagegen den Anspruch Bayerns auf die frei werdenden Transrapid-Gelder des Bundes.

„Der Bund hat Bayern Mittel für Hochtechnologie und Verkehrsanbindung des Münchner Flughafens zugesichert - dabei muss es bleiben“, sagte Beckstein laut Mitteilung heute in Garching bei München. Haderthauer erklärte: „Die Transrapid-Gelder des Bundes sind im Koalitionsvertrag für Bayern beschlossen worden und dürfen nicht in Tiefensees Haushalt versickern.“

Tiefensee deutete an, dass er die Transrapid-Zuschüsse in Höhe von 925 Millionen Euro nicht an andere Berliner Ressorts abgeben will. „Momentan läuft die Diskussion über den Bundesverkehrshaushalt. Hier geht es darum, dass wir ihn auf hohem Niveau erhalten“, sagte er.

Zur konkreten Verwendung der Gelder befragt, verwies Tiefensee aber lediglich auf den Investitionsrahmenplan, in dem die Planungen des Bundes für den Ausbau von Schiene, Straße und Wasserstraßen zusammengefasst sind.

SPD-Fraktionschef Franz Maget warf der CSU vor, selbst schuld am drohenden Verlust der Transrapid-Zuschüsse zu sein. Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber hätten zu lange am Transrapid festgehalten und Bayern damit in eine „schwierige Verhandlungsposition“ gebracht. „Wir haben Herrn Beckstein mehrfach angeboten, in Berlin für mehr Bundesmittel und eine bessere Anbindung des Münchner Flughafens zum Beispiel durch eine Optimierung der S-Bahn oder durch einen ICE-Anschluss zu verhandeln“, sagte Maget heute laut Pressemitteilung. (dpa)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

18.04.2008Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis
(Foto: ddp)

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Frachtenbörsen

Transportausschreibungen

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Frage der Woche

Jahresabo Premium

Jahresabo

Profitieren Sie ein Jahr lang von den Premium-Vorteilen der VerkehrsRundschau!


Mit hochwertiger Prämie! [Bestellen]

Termine

Aktuelle Stellenangebote

Weitere Stellenanzeigen buchen

Beliebteste Galerien

Mini-Abo Online

miniabo

Testen Sie jetzt VerkehrsRundschau Online vier Wochen lang für nur 19 €

[Bestellen]

Beliebteste Meldungen