15.07.2008 |

Tiefensee stellt überarbeiteten Masterplan vor

Masterplan

Berlin. Bei der Vorstellung des überarbeiteten Masterplans Güterverkehr und Logistik hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Industrie zum Umdenken bei ihren Logistikstrategien aufgefordert. Angesichts der ab Januar 2009 geplanten Erhöhung der LKW-Maut und der aktuellen Ölpreisentwicklung „werden sich die Unternehmen auf eine Ausweitung der Rampenzeiten einstellen müssen“, sagte der SPD-Politiker. „Wir brauchen dringend die Unterstützung des Transportgewerbes, aber auch der Unternehmen, die die Güter herstellen“.

Der nach scharfer Kritik aus der Wirtschaft überarbeitete Masterplan weist mehr als 30 Einzelmaßnahmen aus, um der Verkehrsströme Herr zu werden und Deutschland als Logistikstandort zu erhalten. Eine zunächst geplante kilometerabhängige Mautstaffelung, die bei längeren Strecken mit höheren Gebührensätzen zugreift, ist danach vom Tisch. Nach Ansicht Tiefensees werden die hohen Diesel- und Benzinpreise nicht zum Ende der Just-in-time-Produktion führen. Es werde auch weiterhin „rollende Warenlager auf der Autobahn“ geben. Entscheidend seien Verkehrsentzerrung durch automatische Steuerungssysteme und die Staffelung der Maut nach dem Faktor Zeit.

Tiefensee war bereits bei seinem ersten öffentlichen Vorstoß auf herbe Kritik führender Wirtschaftsverbände gestoßen. Auch jetzt monierte der Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) Nachteile einer „Bevorzugung der Bahn“. Straßentransporteure zahlten für den Umstieg auf die Schiene mit der Maut, sagte der BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt. Nach den bisherigen Plänen sei eher damit zu rechnen, dass in der Spitze bis zu 60 Cent zu zahlen seien. Von der Ermäßigung der Stromsteuer will Tiefensee zunächst aber absehen. Der Automobilclub ADAC forderte eine grundlegende Überarbeitung des Masterplans. Die Verlagerung der Schiene durch Verteuerung der Straßentransporte sei falsch. Die Grünen vermissten klare klimapolitische Ziele. Die 70-seitige Handlungsanleitung soll morgen vom Bundeskabinett verabschiedet werden. (jök/dpa)

 
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