20.04.2007 |

Tiefensee: Neue KFZ-Steuer schon ab 2008

Berlin. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hält die Einführung einer am Schadstoffausstoß orientierten Kraftfahrzeugsteuer bereits zum 1. Januar 2008 für möglich. Allerdings soll die Steuer mit einem Jahresaufkommen von fast neun Milliarden Euro offenbar wie gehabt von den Ländern erhoben werden. Das diskutierte Tauschgeschäft, dass der Bund künftig für die KFZ-Steuer zuständig ist und die Länder dafür die Versicherungsteuer erhalten, sei vom Tisch, sagte Tiefensee heute auf einer Energie-Konferenz in Berlin. Endgültig geklärt werden müsse die Frage in den Beratungen der zweiten Stufe der Föderalismusreform zwischen Bund und Ländern.

Tiefensee betonte, es sollte möglich sein, dass Bund und Länder noch in diesem Jahr zu einer Lösung kommen. Beim Ziel, die Kfz-Steuer nicht mehr vom Hubraum der Autos, sondern vom CO2-Ausstoß abhängig zu machen, gebe es keine Differenzen zwischen ihm und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Die Länder hatten angeboten, die KFZ-Steuer an den Bund abzutreten, wenn sie einen Ausgleich für die derzeit jährlich rund 8,8 Milliarden Euro Einnahmen erhalten.

Derzeit prüfen die beteiligten Ministerien auf Arbeitsebene den Umbau der KFZ-Steuer. Ziel der Reform sei es, „wegen des dringlichen Handlungsbedarfs frühzeitig einen Anreiz zur Beschaffung von verbrauchsarmen PKW“ zu geben, heißt es in einem gemeinsamen Eckpunktepapier der Ministerien. Allerdings gibt es Überlegungen, dass die Reform nur für Neuwagen gelten soll. Alle zuvor zugelassenen Autos könnten nach dem alten Steuersystem weiter besteuert werden. Für Fahrzeuge mit besonders niedrigen CO2- und Schadstoffemissionen könnte die Steuer ganz entfallen.

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, hatte zuletzt vorgeschlagen, bei einer KFZ-Steuer auf Schadstoffbasis eine Staffelung einzuführen. Die Steuer müsse auf dem Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) basieren und linear wachsen. Eine Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Fahrzeugklassen lehnte der CDU-Politiker als zu kompliziert ab: „Jedes Gramm CO2 sollte gleich hoch besteuert werden. Je größer der CO2-Ausstoß, desto höher die KFZ-Steuer.“ Wissmann hält es grundsätzlich auch für denkbar, die Kfz-Steuer ganz abzuschaffen und dafür die Mineralölsteuer zu erhöhen. (dpa)

 
Anzeige
 

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

20.04.2007Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Frachtenbörsen

Transportausschreibungen

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Frage der Woche

Jahresabo Premium

Jahresabo

Profitieren Sie ein Jahr lang von den Premium-Vorteilen der VerkehrsRundschau!


Mit hochwertiger Prämie! [Bestellen]

Termine

Beliebteste Galerien

Mini-Abo Online

miniabo

Testen Sie jetzt VerkehrsRundschau Online vier Wochen lang für nur 19 €

[Bestellen]

Beliebteste Meldungen