10.09.2009 |

Tiefensee für Hapag-Lloyd-Bürgschaft

Hamburg. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich für eine Staatsbürgschaft in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für den angeschlagenen Schifffahrtskonzern Hapag-Lloyd ausgesprochen. Die Anteilseigner hätten mit einer Kapitalerhöhung die notwendigen Vorleistungen ebenso erbracht wie Vorstände und Mitarbeiter, die auf einen Teil ihres Gehalts freiwillig verzichteten, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung nach einem Treffen des Ministers mit Reedereivertretern in Hamburg. „Ich unterstütze den Antrag des Unternehmens, über den zügig entschieden werden muss.“

Die gegenwärtige Situation stelle auch die maritime Wirtschaft vor besonders große Probleme, sagte der Minister zur Begründung. Hapag Lloyd sei nicht nur für Hamburg von großer Bedeutung. „Als größte Linienreederei ist sie ein wichtiger Eckpfeiler und das Aushängeschild des gesamten maritimen Standorts Deutschland“, erklärte Tiefensee.

Einigkeit besteht der Mitteilung zufolge über den Ausbau der maritimen Infrastruktur in Deutschland. „Die Krise wird vorübergehen. Wenn die Wirtschaft wieder anzieht, sind gut ausgebaute und leistungsfähige Seehäfen mit ausreichenden Kapazitäten von entscheidender Bedeutung“, sagte Tiefensee. In der Zeit geringerer Auslastung der Umschlagterminals müsse die Wettbewerbsfähigkeit aller deutschen Häfen gestärkt werden. Dazu sollen in den nächsten Wochen gemeinsame Vorschläge erarbeitet werden. Der Minister schlug außerdem Absprachen mit den Beteiligten über niedrigere Anlaufkosten in den Häfen vor. „Alles muss auf den Tisch“, forderte Tiefensee.

Der Hamburger Senat hatte als Voraussetzung für die Bürgschaft im August Kapitalmaßnahmen der Eigentümer zugunsten der Reederei von insgesamt 923 Millionen Euro genehmigt. Die Stadt gehört über das Konsortium „Albert Ballin“ zum Eignerkreis. Hapag-Lloyd leidet wie alle Reedereien unter dem Rückgang des Welthandels, Überkapazitäten in der Containerschifffahrt und niedrigen Frachtraten. Das Unternehmen schreibt Verluste, erwartet aber nach dem Ende der Krise wieder bessere Marktbedingungen. (dpa)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

10.09.2009Artikelinformationen

Social Networking
Schlagworte
Bildnachweis
(Foto: Sebastian Bollig)

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Frachtenbörsen

Transportausschreibungen

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Frage der Woche

Jahresabo Premium

Jahresabo

Profitieren Sie ein Jahr lang von den Premium-Vorteilen der VerkehrsRundschau!


Mit hochwertiger Prämie! [Bestellen]

Termine

Beliebteste Galerien

Mini-Abo Online

miniabo

Testen Sie jetzt VerkehrsRundschau Online vier Wochen lang für nur 19 €

[Bestellen]

Beliebteste Meldungen