04.12.2008 | Transport + Logistik

Thema der Woche: RFID für den Mittelstand

Stockheim. „Auf Basis von schriftlicher Erfassung sind bis zur Buchung unserer Materialbewegungen früher meist ein bis zwei Tage vergangen“, erklärt Hermann Küpferling, IT-Leiter bei der Algi Seifenfabrik mit Sitz im bayerischen Stockheim. „Nach der RFID-Einführung haben wir alle Daten in Echtzeit zur Verfügung. Damit sind Disposition, Lagerplatzvergabe, Betriebssicherheit und Verfügbarkeit deutlich verbessert, Warenbestands- und Bestellmanagement optimiert und die Rückverfolgbarkeit von Waren und Warenbestandteilen bis in den Einkauf gewährleistet.“

Die Optimierung der Materialflüsse war bei Algi (Jahresumsatz 5,5 Millionen Euro, circa 40 Mitarbeiter) so allerdings gar nicht geplant. Auf der Suche nach einer effizienten Identifikationslösung für die intralogistischen Prozesse wollte der Hersteller von Kosmetikartikeln wie Shampoo, Duschgel und Schaumbädern zunächst den Barcode implementieren. „Bei der Planung wurden wir dann auf ‚Prozeus’ aufmerksam und wir überlegten den Einstieg in eine E-Business-Lösung“, so Küpferling. „Dass wir uns bei ‚Prozeus’ auf ein gefördertes RFID-Projekt bewerben konnten, lenkte unsere Entscheidung in diese Richtung.“ Die Barcode-Phase habe man also übersprungen.

Prozeus bietet nicht nur finanzielle, sondern auch fachliche Unterstützung

Prozeus ist die „Initiative für integrierte PROZEsse Und etablierte E-Business-Standards“. Durch Prozeus sollen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wie Algi die Vorteile von E-Business-Lösungen zugänglich gemacht und dabei anerkannte Standards ausgerollt werden. Mehr als 50 Pilotprojekte wurden inzwischen realisiert. KMU können sich fortlaufend online bei Prozeus unter www.prozeus.de um ein gefördertes E-Business-Referenzprojekt bewerben. Voraussetzung: Das Unternehmen beschäftigt nicht mehr als 250 Mitarbeiter und der Jahresumsatz liegt unter 50 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt Unternehmen, die bereit sind, die Ergebnisse zu veröffentlichen, mit bis zu 50.000 Euro. Geförderte Firmen werden darüber hinaus vom Prozeus-Team bei der Standardisierungsorganisation GS1 Germany und IW Consult, einem Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), durch Beratung unterstützt.

Wie Algi die RFID-Funktechnologie mit Hilfe von Prozeus einführte, erfahren Sie in der Dezember-Ausgabe (12/08) des Fach- und Wirtschaftsmagazins LOGISTIK inside. (rb/pi)

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