VW läutet auch beim T5 die Euro-5-Ära ein. Die entscheidenden Neuerungen fanden unter der Haube statt.
Test & Technik: VW T5 2,0 TDI
von Jan Burgdorf
Nur durch die veränderte Frontpartie lässt sich der neue T5 äußerlich von seinem Vorgängermodell unterscheiden. Von hinten und von der Seite blieb alles beim Alten. Die entscheidenden Neuerungen fanden beim T5 unterm Blechkleid statt. Hinter der Stummelhaube werkelt jetzt der bekannte 2,0-Liter-Common-Railer, der bereits in zahlreichen PKW-Modellen des VW-Konzerns für Vortrieb sorgt und den die Entwickler mittels variablem Turbolader für den Nutzfahrzeugeinsatz fit machten. In Leistungsstufen von 84 bis 180 PS ist das Euro-5-saubere Aggregat zu haben.
Als Brot-und-Butter-Motorisierung könnte man die 102-PS-Einstellung bezeichnen. Wie sein 1,9-Liter-Vorgänger erreicht der um 0,07 Kubikzentimeter hubraumgrößere Vierzylinder 250 Nm maximales Drehmoment. Diese liegen nun allerdings schon ab 1500 Umdrehungen an und damit 500 Touren früher als beim Vorgänger.
Dieser Vorteil ist beim Fahren deutlich spürbar. Verschwunden ist die VW-typische Anfahrschwäche, unter der bislang alle T5-Selbstzünder litten. Trotz Common-Rail, ein Wunder an Laufkultur ist der TDI nicht. Im unteren Drehzahlbereich nervt der Motor mit teils lauten Dröhngeräuschen. Deutlich kultivierter geht es erst mit steigender Drehzahl zur Sache. Geht das Leistungsangebot während Überlandfahrten noch in Ordnung, so ist hohes Autobahntempo naturgemäß nicht das Revier der zweitschwächsten Dieselversion. Wer häufig auf der Autobahn unterwegs ist, sollte sich die nächste, um 38 PS stärkere Version gönnen.
Die beiden schwächeren Selbstzünder müssen auch weiterhin mit nur fünf Gängen auskommen, eine Fahrstufe mehr gibt’s erst ab 140 PS. Auch den recht lang übersetzten ersten Gang behielten die Hannoveraner leider bei. So braucht es vor allem bei Fahrten mit Anhänger einen feinfühligen Kupplungsfuß.
Wenig aufregend, aber scheinbar für die Ewigkeit gebaut präsentieren sich die Materialien und Stoffe. Alles klapper- und knisterfrei verarbeitet. Sportlichkeit versprüht auch im einfachen Kastenwagen das Dreispeichenlenkrad. Die neu gestalteten Anzeigen sind jetzt in nachts besser ablesbarem Weiß beleuchtet. Nur das weiterhin blaue Display des Radios will dazu nicht recht passen.
Gerade einmal 7,5 l/100 km flossen auf der VR-Runde durch die Brennräume. Damit unterbot er seinen 105 PS starken Pumpe-Düse-Vorgänger um 0,2 Liter, der in Euro-4-DPF-Version zum Test antrat . So scheint VW gut gerüstet, seine Marktführerschaft gegen die starke Konkurrenz verteidigen zu können.
Den vollständigen Testbericht mit vielen weiteren Details lesen Sie in der VerkehrsRundschau 48/2009, vom 27.11.2009. Weitere Informationen zur Ausgabe und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.


