Scania R 730

Der Scania R 730 ist mit 730 PS besonders leistungsstark ausgelegt

Test & Technik: Scania R 730

von Gerhard Grünig

Europas stärkster Serien-LKW. Scania spricht ganz unbescheiden sogar vom Weltrekord! 730 PS und noch beeindruckendere 3500 Nm maximales Drehmoment schaffen Distanz zu den Verfolgern Volvo FH16-700 und MAN TGX 680. Nachdem aber eben jene Wettbewerber das Straßenbild nur in äußerst homöopathischen Dosen bevölkern, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer braucht so ein Fahrzeug?

Für Scania ist der Neue zunächst mal der Einstieg in künftige V8-Generationen, die langsam, aber sicher fit für Euro 6 gemacht werden. Die Zutaten sind hinlänglich bekannt, im Falle des R 730 nur neu zusammengemischt: Hubraumerhöhung von 15,6 auf 16,4 Liter, Common-Rail-Einspritzung mit Vor- und Nacheinspritzung sowie ein variabler Turbolader.

Der R 730 legt die Messlatte hoch

Derart gerüstet bricht der neue V8 die Rekorde quasi im Vorbeigehen. 264 Punkte in der Fahrzeugbewertung sind ein Traum-ergebnis. Zudem pulverisiert der 730-PS-Bolide alle bislang aufgestellten Bestwerte bei den Fahrleistungsmessungen: 0 auf 85 in weniger als 36 Sekunden, Durchzug im direkten Gang von 60 auf 85 km/h in 15 Sekunden. Nicht zu vergessen absolviert der Scania die VR-Testrunde mit einem Durchschnitt von über 79 km/h – auch das eine absolute Topleistung.
Dass der Schwede trotz seiner Leistungsfähigkeit eher Leisetreter als Krawallbruder ist, macht ihn umso sympathischer. Brummelt der V8 im Standgas, sind in der Kabine kaum 50 dB(A) zu messen. Selbst der Einsatz der starken Motorbremse lässt die Digitalanzeige des Geräuschmessers nie über 64 dB(A) steigen.

Leider ist der neue V8 70 Kilo schwerer geworden. Obwohl ihn Scania in den niedrigen Gängen kaum zügelt, glänzt er mit harmonischer Kraftentfaltung ohne großes Zerren an den Hinterrädern. Wer die unserer Meinung nach unsinnige „Power“-Funktion aktiviert, bewirkt ein Hochdrehen des Achtzylinders auf bis zu 2200 Touren, wimmernde Reifen und unanständige Verbräuche.

Den vollständigen Testbericht mit vielen weiteren Details lesen Sie in der VerkehrsRundschau 33-34/2010. Hier erhalten Sie Informationen zu Bestell- und Abomöglichkeiten.

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