Mercedes-Benz Vito II

Kompakter Lastesel: 1,9 Meter flach, 4,74 Meter kurz, Heckantrieb mit 2,5 Tonnen Anhängelast – der Vito markierte sein Revier

Test & Technik: Mercedes-Benz Vito II

Von Johannes Reichel

Stuttgart. Das sollte Mercedes nicht noch einmal passieren: Die Generation I des Vito galt intern wie extern als mittlere Katastrophe, der als VW-T4-Konkurrent gedachte Daimler sorgte mit schlampiger Verarbeitung, technischen Unzulänglichkeiten und hoher Rostanfälligkeit für einen Tiefpunkt in der Historie der Sternen-Transporter. Nicht zufällig sind die Vitos Generation I nahezu vollständig aus dem Straßenbild verschwunden, während der Erzrivale VW T4 noch mannigfaltig seine Runden dreht. Im 2003er-Dauertest der VerkehrsRundschau schlug der Vito I als 110 CDI sich zwar wacker, nervte aber mit hohem Geräuschniveau, schlampig eingepassten Kunststoffen und am Dauertestende tatsächlich mit ersten Rosttendenzen.

Mehr Variantenvielfalt, mehr Qualität

Die Generation II des Vito, unter dem damaligen Transporterchef Rolf Bartke entwickelt, ist ein anderes Kaliber. Weg vom Frontantrieb hin zum markentypischen Heckantrieb, mehr Variantenvielfalt mit drei Längen, drei Höhen (ein avisiertes Mittelhochdach schaffte es aber nie in die Serie), später ein Allrad und vor allem höhere Qualität. Das Werk Vitoria wurde komplett umgekrempelt, im Prinzip neu eröffnet. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Es war ein typischer Mercedes entstanden, eleganter als die etwas sauertöpfischen VW-Konkurrenten und sofort als Abkömmling der Schwabenmarke erkennbar.

Mit dem Heckantrieb implantierte man dynamische Fahreigenschaften. Der wendige Vito pfeilt, wenn es sein muss, um die Ecken wie eine höhergelegte C-Klasse, erst recht als ultrakompakte Kurzversion. Er behält dennoch seinen guten, wenngleich etwas überdämpften und leicht schaukeligen Komfort. Der Van bleibt dabei immer auf der sicheren Seite: Das von Anfang an und erstmals in einem Transporter serienmäßige ESP ist defensiv eingestellt und zügelt frühzeitig allzu forsche Fahrer. Nachteil im Winter: Wer sich aus einer verschneiten Parklücke freischaukeln will, hat wirklich Mühe. Doch für solche Situationen lässt sich die ASR-Komponente abschalten, sodass mehr Schlupf möglich,
Schwungholen erleichtert wird.

Den vollständigen Artikel mit vielen weiteren Details lesen Sie in der VerkehrsRundschau 16/2010, die am 23. April 2010 erscheint. Weitere Informationen zur Ausgabe und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.

Anzeige
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

Bisher noch keine Kommentare! Geben Sie doch den Ersten ab.

0 Leserbriefe