Mercedes Atego 1224 Gross

Der Mercedes Atego 1224 mit Gross Aufbau zeigte sich auf der Testrunde der VerkehrsRundschau bodenständig

Test & Technik: Mercedes Atego 1224 L Gross

von Gregor Soller

Kinder lieben Spätzle, Unternehmer den Atego. Wie die Soße die schwäbische Teigspezialität schmackhaft macht, würzt der Aufbau den Atego. In diesem Fall ein Gross-Klappwandkoffer. Zu Testbeginn hatte der „Daimler“ gerade 77 Kilometer auf dem Tacho. Innen duftet er typisch nach neuem Mercedes. Ein Versprechen wie ein Teller frisch dampfende Spätzle: Hier lassen die Schwaben nichts anbrennen, auch nicht unter der Kabine. Der Sechszylinder verbirgt sich unter einer schicken Abdeckung. Alle Wartungspunkte und Leitungen sind sauber und durchdacht sortiert.

Schade nur, dass der Motor trotz seiner sechs Zylinder im Leerlauf vor sich hinrappelt wie der Koch einer chinesischen Nudelküche. Da auch die Dämmung eher sparsam ausfällt, bleibt der OM 906 LA immer präsent. Die Verteilerauslegung lässt die Kurbelwelle bei 80 km/h 1750- mal pro Minute drehen. Damit bewältigt der Atego den anspruchsvollen Landstraßenteil der Testrunde ziemlich souverän: Den Zehn-Prozenter, der direkt einem Ortsende folgt, zieht er mit etwas Anlauf im Sechsten hoch und auch die gemeine zwölfprozentige Doppelsteigung erklimmt er in Stufe fünf. Mit etwas Geduld kann man den OM 906 LA ziemlich lang „stehen lassen“. Auch bei 1000 Touren liegt noch genug Drehmoment bereit, um ohne zu schalten weiterzukommen. In der Stadt und beim Rangieren erleichtert einem der Hillholder das Anfahren. Die Gänge lassen sich sauber sortieren, nur der fünfte braucht manchmal etwas Nachdruck.

Der Gross-Aufbau kommt fast kunststofffrei daher: Die Ulmer sind bekannt für ihre hohe Fertigungstiefe, die saubere Verarbeitung und die solide Ausführung. Die verdankt der Klappwandaufbau in Unterdachausführung auch dem Alu-Dach, das zusätzlich durch Querspriegel ausgesteift ist. Die ungewöhnliche Länge von 5,1 Metern innen ermöglicht die Mitnahme von zwölf Paletten Leergut. Längenmaße bietet Gross übrigens per Millimeter an.

Selbst entwickelt haben die Ulmer den Teleskopabsperrbalken mit zwei eingesteckten Alulatten, um die Ladung nach hinten zu sichern. Das ist vor allem beim Vollguttransport wichtig, bei dem man je nach Gebinde auf einige Paletten verzichten muss. Die Lasi wird im Boden in Airline-Ankerschienen gesteckt, in der Dachmitte laufen Rundloch-Ankerschienen. Bei Nichtgebrauch verschwinden die Alulatten unterm Dach.

Den vollständigen Testbericht mit vielen weiteren Details lesen Sie in der VerkehrsRundschau 11/2010, vom 19.03.2010. Weitere Informationen zur Ausgabe und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.

Anzeige
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

Bisher noch keine Kommentare! Geben Sie doch den Ersten ab.

0 Leserbriefe