DAF XF2010

Die Evolutionsmodelle des XF-Jahrgangs 2010 erhalten jetzt, was andere schon haben - mit Erfolg, wie unser Test zeigt.

Test & Technik: DAF XF 2010

von Gerhard Grünig

Ein wenig riskant ist es schon, technisch meist die rote Laterne zu tragen. Für DAF hat sich die Zurückhaltung ausgezahlt. Während Konkurrenten vielfach durch Elektronikausfälle lahmgelegt wurden, baut man in Eindhoven moderne Technik erst ein, wenn das Ausfallrisiko minimal ist. Insofern sind die aktuellen Evolutions-Modelle fast schon eine Revolution.

Der XF105 erfüllt neuerdings nicht nur die strenge EEV-Norm. Neben dem Spurwächter und adaptivem Tempomat bieten die Eindhovener künftig auch einen Kollisionswarner. Ganz billig gibt’s Umweltfreundlichkeit und Sicherheit allerdings nicht. EEV kostet 5395 Euro extra und ist deutlich teurer als bei der Konkurrenz. Für Abstandsregeltempomat und Kollisionswarner verlangt DAF 4490 Euro. Wer zusätzlich in ESP (bei DAF: VSC) und Spurwächter investieren möchte, zahlt noch einmal 2930 beziehungsweise 2100 Euro extra.

Der Kollisionswarner macht rechtzeitig durch ein penetrantes akustisches Signal den Fahrer auf die drohende Gefahr aufmerksam und lässt ausreichend Zeit zu reagieren. Einziges Manko der neuen Geborgenheit ist die visuelle Darstellung des Abstandsreglers. Der offenbart die eingestellten Werte nur, wenn der Fahrer umständlich das passende Menü im Bordcomputer aufruft – und das nach jedem Mal Zündung ausschalten neu. Leider hat DAF die Bedienung des Tempomaten noch immer nicht intelligenter gemacht. Jeglicher Eingriff des Fahrers führt zum Deaktivieren des Systems. Das ist vielfach lästig und sollte zumindest bei Beibremsungen oberhalb der gesetzten Geschwindigkeit abgestellt werden.

Vervollständigt wird die Sicherheitsausstattung des Safety-Demo-Trucks, durch eine Seiten- sowie eine Frontsichtkamera. Zuverlässigkeit vorausgesetzt, bringen diese Kameras einen besseren Überblick als Spiegel, produzieren keine Windgeräusche und verschlechtern den Luftwiderstand nicht.

Die Änderungen im Interieur fallen nur DAF-Kennern auf: besser konturierte Sitze mit neuen Bezügen, freundlichere Materialien an den Seitenwänden und frische Bezugsstoffe. Die sehen in der Tat besser aus, müssen aber wohl ihre Praxistauglichkeit in Bezug auf Verschmutzung erst noch unter Beweis stellen.

In Ermangelung eines erweiterungsfähigen Armaturenbretts sind die zusätzlichen Schalter für Spurbindung oder Abstandsregeltempomat wild verstreut und verstecken sich teils neben der Lenksäule. Display und Armaturen sind im Vergleich zum Wettbewerb weiterhin minimalistisch, was kein Nachteil sein muss. Treten tatsächlich Defekte auf, meldet sich das Diagnosesystem – und das künftig in bis zu 32 verschiedenen Sprachen.

Den vollständigen Artikel mit vielen weiteren Details lesen Sie in der VerkehrsRundschau 47/2009, vom 20.11.2009. Weitere Informationen zur Ausgabe und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.

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