02.07.2010 |

Studie: Reeder steuern aus der Krise

Hamburg. Die deutsche Schifffahrt steuert nach eineinhalb Jahren aus ihrer schweren Krise heraus. Die Frachtraten, die Preise für den Schiffstransport, haben sich erholt und sind nicht mehr weit vom Niveau von vor der Krise entfernt, ergab eine am Freitag in Hamburg veröffentlichte Umfrage im Auftrag der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Die meisten Schiffe, die zeitweise wegen mangelnder Nachfrage stillgelegt waren, fahren wieder. "Die Erholung der maritimen Wirtschaft ist in Sicht", sagte der PwC- Branchenexperte Claus Brandt. Die Mehrzahl der Reeder (62 Prozent) erwartet in den nächsten Monaten eine steigende Beschäftigung für ihre Schiffe.

Damit ist die Branche aber längst nicht sorgenfrei. Die Piraterie hat trotz der militärischen Sicherungsmaßnahmen im Golf von Aden noch zugenommen und verursacht den Reedern hohe Kosten. „Die Aggressivität der Piraten hat deutlich zugenommen", sagte Brandt. Die Reedereien versuchen, sich mit den unterschiedlichsten Maßnahmen vor Angriffen zu schützen: Sie verstärken ihr Personal und sichern ihre Schiffe mit Nato-Draht, sie fahren in Konvois oder nehmen lange und teure Umwege in Kauf, um den Piraten zu entgehen. 42 der befragten 101 Reeder haben schon erlebt, dass ein Schiff ihrer Flotte von Piraten angegriffen wurde, einige mehrfach. Kosten wie zum Beispiel höhere Versicherungsprämien haben alle zu tragen.

Außerdem ist die Liquidität bei vielen Reedern nach der langen Flaute knapp. „Die Schiffsfinanzierung bleibt ein ausgesprochen wichtiges Thema", sagte der Experte. Bei vielen Reedereien seien Tilgungsrückstände für Kredite aufgelaufen; zudem hätten sie in den guten Schifffahrtszeiten Schiffe bestellt, die nun nicht durchfinanziert seien. Da die Schiffsbanken überwiegend selbst in Bedrängnis sind und zudem die Risiken höher einschätzen als in früheren Jahren, sind auch die Kredite teurer geworden und schwerer zu bekommen. (dpa)

 
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