22.10.2008 | Transport + Logistik

Studie: Logistiker rechnen mit steigenden Kosten

Berlin. „Kein Thema beschäftigt die Logistikmanager so sehr wie die Globalisierung“, sagte Frank Straube, Leiter des Bereichs Logistik am Institut für Technologie und Management der Technischen Universität Berlin. Dieses Ergebnis seiner aktuellen Studie „Trends und Strategien in der Logistik“ stellte Straube heute auf dem 25. Deutschen Logistikkongress in Berlin vor.

Die Globalisierung bleibt für Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen demnach branchen- und sektorübergreifend einer der bestimmenden Trends in der Logistik. In der Industrie fühlen sich derzeit 60 Prozent und in Zukunft sogar 78 Prozent unmittelbar beeinflusst, sagte Straube. Die befragten Handelsunternehmen folgten mit derzeit 44 Prozent und zukünftig 65 Prozent. An dieser Entwicklung ändern auch Berichte über gescheiterte Internationalisierungsvorhaben einzelner Unternehmen mit Rückkehr nach Deutschland nichts. „Es gibt definitiv keine Trendumkehr der Globalisierung“, bekräftigte Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands der Bundesvereinigung Logistik.

Als weitere Megatrends hat die Studie den zunehmenden Umwelt- und Ressourcenschutz, die steigenden Sicherheitsanforderungen sowie Technologieinnovationen identifiziert. „Zuverlässigkeit ist für die befragten Unternehmen ein wesentliches Ziel – noch vor der Kostensenkung“, sagte Straube. Dabei gehe es primär darum, die Befriedigung der Kundenbedürfnisse umfassend sicherzustellen. Die Logistikmanager müssten allerdings mit steigenden Kosten rechnen, denn erstmals sei der langfristige Trend sinkender Kosten unterbrochen.

Getrieben werden die Logistikkosten vor allem durch steigende Energie-, Treibstoff- und Transportpreisen sowie hohe Personalaufwendungen. Den Anteil der Logistikkosten an den Gesamtkosten für das Jahr 2008 beziffert der Handel durchschnittlich mit 15,9 Prozent, die Industrie sieht diesen Anteil bei sieben Prozent. Für 2009 rechnet Straube mit um zehn Prozent wachsenden Logistikkosten. Der Professor der TU Berlin wies jedoch darauf hin, dass „40 Prozent der Unternehmen ihre Logistikkosten in großen Teilen nicht kennen“.

Die deutliche Mehrheit der befragten deutschen Logistikmanager schätzen den Logistikstandort Deutschland heute als wettbewerbsfähig an. Für 2015 zeigt die Studie dabei einen leichten Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit. Dies begründet sich laut Straube in erster Linie aus der Unsicherheit, wie infrastrukturell das weiter steigende Transportaufkommen aufgefangen werden wird. US-amerikanische und chinesische Logistikmanager sind diesbezüglich optimistischer und schätzen den Logistikstandort Deutschland zukünftig mit 83 Prozent (USA) sowie 60 Prozent (China) wesentlich positiver ein. (sb)

 
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