Frankfurt/Main. Die Lastwagenbauer müssen sich einer Studie zufolge mittelfristig auf geringere Verkäufe einstellen. Die weltweite Nachfrage zeige zwar nach den Einbrüchen im vergangenen Jahr Zeichen der Erholung, schreibt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Der Absatz werde aber in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich unter den früheren Höchstständen bleiben.
Für das laufende Jahr rechnet die Ratingagentur in Westeuropa mit einem Anstieg der Verkäufe um rund sieben Prozent auf 160.000 Lastwagen. Dies stehe dem massiven Einbruch von rund 45 Prozent im vergangenen Jahr gegenüber. Im Rekordjahr 2008 waren 269.000 Lastwagen abgesetzt worden, 2009 waren es nur noch 149.000 Stück.
"Aus unserer Sicht heißt das, dass die Überkapazitäten in der Branche nicht vorübergehend, sondern eher nachhaltig sind", sagt Analyst Werner Stäblein. Dadurch könnte nach Ansicht des Experten ein höherer Preisdruck entsteht. Die Hersteller würden auch anfälliger für Preissteigerungen bei den Rohstoffen.
Für das laufende Jahr rechnet Stäblein mit einer im Vergleich zum Vorjahr höheren Rentabilität in der Branche. Nach leicht negativen Margen 2009 lag die Rendite im ersten Quartal bei durchschnittlich 3,5 Prozent. Damit sei sie aber noch weit entfernt von einer Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von acht bis neun Prozent der Jahre 2007 bis 2008. (dpa)