26.01.2009 | Transport + Logistik

Spediteure leiden unter Rezession und Maut

Berlin. Wirtschaftskrise und LKW-Maut werden den deutschen Spediteuren nach eigenen Angaben immer mehr zusetzen. Gut jedes vierte Transportunternehmen plane bis Ende März den Abbau des Fahrpersonals, berichtete der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) am Samstag. Dagegen wollten 6,5 Prozent von 700 Spediteuren einer Verbandsumfrage zufolge Fahrer einstellen. „Die Verkehrsleistung wächst mit der Wirtschaft um das 2,5-fache, schrumpft aber auch im gleichen Maße mit ihr“, sagte BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee drohten daher erhebliche Ausfälle der in diesem Jahr mit der Gebühren-Erhöhung eingeplanten fünf Milliarden Einnahmen.

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband DSLV befürchtet mit der Rezession erhebliche Umsatzrückgänge für dieses Gewerbe. „Wo nicht produziert wird, wird auch nicht transportiert“, sagte DSLV-Hauptgeschäftsführer Heiner Rogge der „Rheinpfalz am Sonntag“. Vor allem Unternehmen, die eng mit der Automobilindustrie zusammenarbeiteten, müssten sich teilweise auf 40 Prozent weniger Aufträge einstellen.

Rogge griff die Bundesregierung heftig an. Sie habe die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage der Spediteure mit der Mauterhöhung Anfang 2009 – durchschnittlich von 13,5 auf 16,3 Cent je Kilometer – noch erheblich verschlimmert. Für die Hälfte der aktuell zwei oder drei Jahre alten Brummis habe sich die Gebührenschraube sogar um knapp 60 Prozent nach oben gedreht: je nach Gewicht auf rund 19 oder 20 Cent. „Erst kamen die Rekordpreise beim Diesel, dann die Konjunkturkrise und dann noch die Mautanhebung“, sagte Rogge.

Während Banken und Großunternehmen die Milliarden in die Taschen gesteckt würden, „kassiert die Bundesregierung bei den Spediteuren ab ohne Ende“. Insgesamt müssten die Unternehmen durch die Anhebung der LKW-Maut jährlich 1,5 Milliarden Euro zusätzlich aufbringen. Das werde die Insolvenzrate weiter nach oben treiben. Hinzu kämen noch zusätzliche Kosten von jährlich 5,4 Milliarden Euro für die von Brüssel erlassenen Sozialvorschriften. Die Bundesregierung müsse endlich den seit langem versprochenen Maut-Nachteilsausgleich für deutsche Speditionen von 600 Millionen vollständig umsetzen. Damit sollen Wettbewerbsnachteile innerhalb der EU beseitigt werden. (dpa)

 
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