Freitag, 28. Juli 2017
Logo druckbar

18.04.2017Transport + Logistik | Inland

email drucken

premiumSpediteure bereiten Milliardenklage gegen Lkw-Hersteller vor

Die Transport- und Logistikbranche mobilisiert derzeit EU-weit über ihre Verbände Tausende geschädigte Unternehmen, die gemeinsam klagen wollen.
Preisabsprache

Während des Kartellzeitraums von 1997 bis 2011 waren in der EU rund zehn Millionen Lastwagen verkauft worden

Foto: Fotolia/vege

Berlin. Die Fahrzeughersteller Daimler und MAN müssen sich wegen des Lkw-Kartells auf Schadensersatzklagen aus ganz Europa in Milliardenhöhe einstellen. Die Transport- und Logistikbranche mobilisiert derzeit EU-weit über ihre Verbände Tausende geschädigte Unternehmen, die gemeinsam klagen wollen. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ jetzt berichtete, ist die US-Kanzlei Hausfeld nach Angaben ihres deutschen Juristen Christopher Rother bereits von den maßgeblichen Interessenvertretern aus den sechs EU-Staaten Deutschland, Niederlande, Schweden, Dänemark, Tschechien und einzelne Regionen Frankreichs mandatiert. Weitere Länder planten, sich anzuschließen. „Damit steigen die Chancen, dass die Lkw-Hersteller nach dem höchsten Bußgeld in der Geschichte der EU auch den höchsten Schadensersatz zahlen müssen“, so Rother gegenüber „Capital“.

Während des Kartellzeitraums von 1997 bis 2011 waren in der EU rund zehn Millionen Lastwagen verkauft worden. Laut „Capital“ dürften allein in Deutschland 1,1 Millionen schwere Lkw der Marken Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault betroffen sein. Die Höhe des Schadens ist strittig. Die Kanzlei Hausfeld geht von mindestens 50 Milliarden Euro aus. Dabei kalkuliert sie mit einem durchschnittlichen Schaden pro Lkw von rund 5000 Euro. Andere Kanzleien und deren Gutachter gehen von höheren Summen aus. Die EU macht keine Angaben zur Schadenshöhe bei den Lkw-Abnehmern.

BGL organisiert Roadshows

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), der 7000 Unternehmen vertritt, organisiert derzeit Roadshows in 20 Städten. Zielgröße für die Klage: mindestens 100.000 betroffene Lkw. Der BGL hatte eine außergerichtliche Einigung versucht, war aber bei den Herstellern abgeblitzt. MAN und Daimler beteuern indes weiterhin, den Kunden sei kein Schaden entstanden, und spielen mit Blick auf Verjährungsfristen auf Zeit. Für einen Teil des Schadens verfallen Ende des Jahres die Ansprüche. (ag)

LNG Hellmann

THEMA DER WOCHE

Gas-Antrieb (CNG, LNG, LPG) für Lkw und Transporter

Aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte und Fahrzeugtests zum Thema Lkw und Transporter mit den Gasantrieben CNG, LNG und LPG. Mehr...

Aktuelle Magazin-Ausgabe

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

Vorteil für Abonnenten

Pflicht-Unterweisungen online absolvieren

Gesetzliche Anforderungen sind Pflicht: Wie sich VerkehrsRundschau-Abonnenten und ihre Mitarbeiter dafür erfolgreich online rüsten können.

089-203043 000