SNCF-Ersatzangebot kommt bei Verladern nicht an

21.05.2010 13:21 Uhr
SNCF
SNCF versucht durch ein neues Angebot die defizitären Einzelwaggon-Aktivitäten im Güterverkehr zu verbessern
© Foto: ddp/Clemens Bilan

Kein Interesse an Angebot, spezielle Frachtlinien für mehrere Lose und mehrere Kunden zusammen einzurichten / Noch kein entsprechender Vertrag abgeschlossen

Paris. Das SNCF-Angebot, spezielle Frachtlinien für mehrere Lose und mehrere Kunden zusammen einzurichten, kommt bei den Verladern nicht an. Bisher hat niemand einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Das berichtete Transports Actualités in seiner jüngsten Ausgabe.

Die Neuheit war von der Bahn als Ersatz für die hochdefizitären Einzelwaggon-Aktivitäten gedacht. Eingeschrieben ist sie in das "Leitungsschema für einen neuen ökologischen SNCF-Gütertransport" vom September letzten Jahres. Die ersten Linien sind von der Staatsbahn für 2011 vorgesehen. Sie sollen als reguläre Güterzüge mit gruppierten Waggons auf Strecken eingerichtet werden, die von der Industrie genutzt werden und ein Minimum an Verkehrsaufkommen dieser Art versprechen. Dafür hätten die bisherigen Hauptnutzer des hoch defizitären Einzelwaggon-Angebots einen „regelmäßigen Frachtraumbedarf" sicherstellen sollen, der durch Sendungen kleinerer Verlader ergänzt werden sollte. Dieses Modell hat die Bahn den Verladern Anfang April vorgestellt, ist damit bei ihnen nach Angaben des Blattes aber nicht auf Gegenliebe gestoßen. Die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit sei ihnen nicht einsichtig.

Die Bahnfrachtbranche Fret SNCF soll von den Verladern erwartet haben, daß sie sich heute schon auf ein Frachtvolumen verpflichten, für welches erst im Dezember oder Juni kommenden Jahres die entsprechenden Beförderungsvoraussetzungen geschaffen würden. Und für den Fall, daß sie die eingegangenen Verpflichtungen nicht einhielten, habe die Staatsbahn Konventionalstrafen vorgesehen. Dies laufe auf eine Festkostenstruktur hinaus, die die Verlader um so weniger akzeptieren könnten als das Streckennetz des neuen Service im Vergleich zur bisherigen Einzelwaggonpraxis beträchtlich reduziert sein werde.

Aus der Sicht von Fret SNCF gibt es zu dem geplanten Modell keine Alternative. Die Situation bisheriger Einzelwaggon-Kunden, die nicht in dieses Schema hineinpassen, werde derzeit je nach Einzelfall geprüft, um für sie eine Ersatzlösung zu finden, sei es im Schienentransport mit einem Nahverkehrs-Akteur oder in anderen Transportwegen. (jb)

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