TUI will nun rund 43 Prozent der Reedereitochter Hapag-Lloyd behalten (Bild: Arndt)
Luft- & Seefracht
TUI erhöht Hapag-Lloyd-Anteil
Hannover. Der TUI-Konzern will nach dem Verkauf der Reedereitochter Hapag-Lloyd nun einen höheren Anteil von 43,33 Prozent behalten. Das teilte die TUI am Donnerstag in Hannover mit. Bisher waren 33,33 Prozent vorgesehen. Außerdem sei die TUI bereit, eine zusätzliche Kreditlinie von bis zu einer Milliarde Euro bereitzustellen, um die finanzielle Stabilität der Hapag-Lloyd-Gruppe auch nach dem Verkauf zu gewährleisten. Der Verkauf der Tochter solle Mitte März abgeschlossen werden. Der Aufsichtsrat müsse den Änderungen noch zustimmen. Die TUI-Aktie schoss nach der Mitteilung um fast 15 Prozent auf 4,71 Euro hoch.
Es bleibe unverändert bei einer Bewertung des Schifffahrtsunternehmens von 4,45 Milliarden Euro einschließlich Schulden von 2,4 Milliarden Euro, teilte TUI mit. Den zusätzlichen Anteil werde TUI von der Kühne-Holding übernehmen, die dem Hamburger Käuferkonsortium weiterhin angehören werde. Die übrigen Beteiligungsverhältnisse ändern sich nicht. Zum Zeitpunkt des Eigentümerwechsels werde der TUI nun wegen der Anteilsaufstockung im Wert von 210 Millionen Euro und zwei mit 150 Millionen Euro bewerteten, noch nicht verkauften Immobilien in Hamburg 1,6 Milliarden Euro zufließen – statt der bisher erwarteten zwei Milliarden.
Die EU-Wettbewerbshüter hatten Anfang Februar die Übernahme von Hapag-Lloyd durch das Hamburger Konsortium genehmigt. Die Verhandlungen über die Details für den endgültigen Abschluss des Vertrages, der ursprünglich schon früher geplant war, gestalteten sich offenbar schwieriger als zunächst angenommen. Der Markt für die Containerschifffahrt ist als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise in den vergangenen Monaten deutlich eingebrochen. Hinzu kamen Unsicherheiten über die Finanzierung des Projektes angesichts der schwierigen Lage vieler Banken. (dpa)






