25-Meter-LKW: NRW setzt Modellversuch fort

Bis zum Sommer bleiben die Gigaliner auf der Straße: NRW-Minister Wittke setzt sich über Beschluss der Verkehrsministerkonferenz hinweg

Köln/Düsseldorf. Das Land Nordrhein-Westfalen hat seinen Modellversuch mit den so genannten EuroCombis oder Gigalinern bis zum Sommer verlängert. Bis Ende Juni dürfen noch elf der rund 25 Meter langen Lastzüge mit Ausnahmegenehmigungen unterwegs sein, sagte heute Oliver Königsfeld von der Bezirksregierung Köln. Zunächst hatte es geheißen, der einjährige Versuch mit den sogenannten Gigalinern solle am 31. Dezember 2007 beendet sein. Da aber einige Speditionen erst im Laufe des vergangenen Jahres in das Projekt eingestiegen waren, sei der Versuch von NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) verlängert worden. Die „Allianz pro Schiene“ kritisierte die Verlängerung des Versuchs. Er gehöre aus Sicherheitsgründen sofort gestoppt, forderte der Geschäftsführer des verkehrspolitischen Aktionsbündnisses, Dirk Flege, in Berlin: „Wenn es Unfälle geben sollte, in die Gigaliner involviert sind, muss sich Verkehrsminister Wittke fragen lassen, wie er seine eigenmächtige Versuchsverlängerung verantworten will.“ Im Oktober hatten sich die Verkehrsminister des Bundes und der Länder gegen eine generelle Zulassung der Super-Lastzüge und gegen neue Modellversuche entschieden. Außer in Nordrhein-Westfalen hatte es auch in Niedersachsen und Baden-Württemberg Tests mit den überlangen Transportern gegeben. Sie sind rund sechs Meter länger als die bislang erlaubten Lastzüge und können bis zu 60 Tonnen schwer sein. In NRW ist das Gewicht aber auf rund 40 Tonnen begrenzt. Die Verlängerung sei erfolgt, um den Unternehmen, die sich auf einen einjährigen Test eingerichtet hätten, Planungssicherheit zu geben und mehr Daten zur Auswertung des Modellversuches zu haben, betonte Königsfeld. Der Versuch soll nach Abschluss von der Kölner Bezirksregierung, dem TÜV Rheinland und der RWTH Aachen wissenschaftlich untersucht werden. Nach Angaben des NRW-Verkehrsministeriums hatten sich die Verkehrsminister gegen eine generelle Zulassung der Gigaliner entschieden, weil dem derzeit gültige EU-Vorschriften zur Fahrzeuggröße entgegenstünden. Der Bund sei von den Ministern aber aufgefordert worden, bei der EU wegen einer Änderung dieser Vorschriften nachzufragen. Basis dieser Initiative sollten auch die Erkenntnisse aus den deutschen Modellversuchen sein. Auch die Grünen im Landtag kritisierten Wittke. Den Versuch zu verlängern ohne den Landtag zu informieren sei ein Beleg „für die unseriöse Arbeitsweise dieses Verkehrsministers“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Horst Becker. (dpa)

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