SPANIEN PLANT STÄRKUNG DER EUROPÄISCHEN GÜTERSCHIENE

Spanische Regierung plant offenbar Schienennetz an die europäische Spurbreite anpassen

Madrid/Spanien. Spanien will die Spurbreite seines Eisenbahnnetzes auf das in Mitteleuropa übliche Maß umstellen. Wie die spanische Tageszeitung „El País“ heute berichtete, soll damit vor allem der Güterverkehr über die Grenze nach Frankreich und in andere europäische Länder erleichtert werden. Dazu müssten allerdings in einem Mammutvorhaben Schienen auf einer Strecke von insgesamt 12.000 Kilometer umgebaut und zahllose Bahnsteige sowie Ladevorrichtungen dem europäischen Normalmaß angepasst werden. Die spanische Eisenbahn fährt seit 1855 auf Schienen mit einer Spurbreite von 1,676 Metern, 0,241 Meter mehr als das europäische Normalmaß. Nur die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken haben mitteleuropäische Spurbreite. In verschiedenen Gegenden Spaniens sowie an der französischen Grenze gibt es derzeit zwölf Anlagen, in denen die Spurbreite an den Achsen von Waggons und Lokomotiven verändert werden kann. Bei den modernen Hochgeschwindigkeitszügen und den Talgo-Schnellzügen nimmt dies nur wenige Minuten in Anspruch, bei Güterzügen jedoch mehrere Stunden. Das Madrider Verkehrsministerium gab eine Studie über eine Änderung der Spurbreite in Auftrag. Das Gutachten soll im Herbst fertig gestellt sein. Nach Angaben der Zeitung wird es wenigstens bis 2020 dauern, das spanische Schienennetz auf die normale europäische Spurbreite umzustellen. (dpa)

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