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05.02.2007Transport + Logistik | Inland

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premiumLufthansa-Chef: Nachtflugverbot gefährdet 7300 Jobs

Einschränkung der Flugzeiten könnte Betriebsverlagerung weg von Standort Frankfurt/Main zur Folge haben
Flughafen
Lufthansa fordert uneingeschränkten Betrieb am Flughafen Frankfurt (ddp)
Foto: ddp/Stefan Rebscher
Frankfurt/Main. Die Lufthansa erwartet bei einem strikten Nachtflugverbot für den Frankfurter Flughafen den Wegfall von 7300 bereits bestehenden Arbeitsplätzen. Dies betreffe sowohl die Lufthansa als auch Lufthansa Cargo und Condor, sagte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber am Montag in Frankfurt. Diese Zahl sei im Planfeststellungsverfahren eingereicht worden.

Ein Nachtflugverbot von 23 Uhr bis 5 Uhr würde es der Lufthansa unmöglich machen, den Betrieb im Passagier- und Frachtverkehr in der bisherigen Form aufrechtzuerhalten, sagte Mayrhuber. Das Nachtflugverbot soll mit dem Bau der Nordwest-Bahn eingeführt werden. Ohne einen Ausbau des Flughafens werde der Fluglärm jedoch nicht abnehmen. „Dann fliegen wir weiter wie bisher“, sagte er.

Den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport kritisierte Mayrhuber für dessen Engagement am Hunsrück-Flughafen Hahn und die Kosten des Frankfurter Flughafens. „Kostenreduzierung wird nicht nur für die Lufthansa, sondern auch für Fraport ein Thema bleiben“, sagte der Lufthansa-Chef mit Blick auf die Gebührenstruktur. Lufthansa sei für Fraport von hoher Bedeutung: „Wenn wir einen Schnupfen bekämen, hätte Fraport eine Lungenentzündung.“

Am Flughafen Hahn würden unterdessen „nach wie vor Verluste geschrieben“, sagte der Lufthansa-Chef. Subventioniert werde der Airport, an dem der Billigflieger Ryanair ein Drehkreuz betreibt, aus dem Steuertopf ebenso wie vom Fraport-Konzern. Über diesen Punkt spreche er auch mit Fraport-Chef Wilhelm Bender. „Als Aktionär bin ich natürlich daran interessiert, dass er Verlustquellen stopft“, sagte Mayrhuber. Lufthansa ist an Fraport mit gut zehn Prozent beteiligt.

Der Lufthansa-Chef steht trotz der Kritik zum Standort Frankfurt: „Wir haben kein Interesse, hier abzuwandern.“ Von den 3000 Mitarbeitern, die in diesem Jahr eingestellt werden sollen, werde ein Großteil in Frankfurt stationiert. Zukäufen innerhalb der Branche steht Lufthansa laut Mayrhuber offen gegenüber: „Wir sind bereit für Konsolidierungsschritte, gehen aber nicht raus und sind hungrig - wir können uns keinen Fehler erlauben.“ (dpa/tz)
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